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Internetfähiges Schließventil

Vor Überflutung wird gewarnt

Von Georg Küffner
 - 11:27

Aufgequollenes Parkett, tropfnasse Teppiche und ein wassergesättigter Estrich. Wer mit einem solchen Szenario schon zu tun hatte, dem muss man nicht erklären, dass die Folgen einer geplatzten Wasserleitung oder einer undichten Schiebemuffe dem häuslichen GAU gleichkommen. Nur Abbrennen ist schlimmer.

Während Rauchmelder mittlerweile in Mietimmobilien zur Pflicht geworden sind, haben Wasser- oder Leckageanzeiger noch Seltenheitswert. Zwar finden sich in den Zuleitungen von Wasch- und Spülmaschinen sogenannte Wasserstopper (Aqua Stop), die überaus zuverlässig einen Defekt im Schlauch erkennen und den Wasserfluss zu den Maschinen sogleich stoppen. Doch gegen die Folgen platzender Rohrleitungen, überlaufender Badewannen oder porös und damit durchlässig gewordener Panzerschläuche sind diese Vorrichtungen natürlich keine Hilfe. Hier braucht es Wasserdetektoren oder Wassermelder, wie sie in unterschiedlicher Komplexität von mehreren Herstellern angeboten werden. So kann man schon für wenige Euro Melder kaufen, die – unters Waschbecken oder die Badewanne gelegt – beim Kontakt mit Wasser kaum zu überhörende Signaltöne absondern. Im Bedarfsfall holen sie auch Tiefschläfer aus dem Bett.

Nur was tun, wenn man nicht zu Hause oder, noch schlimmer, gar für längere Zeit im Urlaub ist? Da piepen diese Geräte ungehört vor sich hin, bis ihre Batterien leer sind, so dass im Zuge des Aufkommens smarter und intelligent vernetzter Haustechnik nun auch internetbasierte Wasserwarner auf den Markt kommen. Solch eine Lösung gibt es vom Armaturenhersteller Grohe, sie nennt sich Grohe Sense. Für rund 60 Euro bekommt man die kleine Lösung, einen an einen Eishockeypuck erinnernden Sensor, der bei Kontakt mit Wasser rot zu blinken anfängt, einen Warnton aussendet und aufs Smartphone des Nutzers eine Push-Warnmeldung schickt. Die kann auch an mehrere Familienmitglieder und an Nachbarn gesendet werden, die im Notfall reagieren können. Nur einen Sensor aufzustellen bringt bei mehreren potentiellen Feuchtstellen noch nicht die gesuchte Sicherheit. Bei einer größeren Immobilie braucht es gleich mal ein halbes Dutzend Sense-Sensoren, die im Zweitnutzen auch die Temperatur und die Feuchtigkeit messen.

Das Anlegen einer Adresse ist notwendig

Damit das Zusammenspiel von Sensor und Smartphone funktioniert, ist einige Vorarbeit zu leisten. Zunächst gilt es, die App Grohe Ondus (Android & iOS) herunterzuladen und zu installieren. Dann muss man sich mit Namen und gültiger E-Mail-Adresse registrieren. Danach ist das Anlegen einer Adresse notwendig. Hier kann man schummeln und eine Phantasiebezeichnung wählen. Als Nächstes folgt das Hinzufügen eines Raumes, in dem der Sensor plaziert werden soll, etwa im Badezimmer. Dann endlich kann der Melder installiert werden. Dieser ist aus einer Reihe vorgegebener Grohe-Produkte auszuwählen. Als Nächstes erfolgt die Zuordnung zu dem zu überwachenden Raum. Hier sind auch gleich die typischen Eigenschaften des Raumes zu wählen (trocken oder feucht) und eine Schwellwerttemperatur festzulegen. Jetzt müssen der Sensor an Ort und Stelle (etwa unterm Waschtisch) abgestellt und die Batterien eingesetzt werden. Im nächsten Schritt will der Sensor scharf gestellt werden. Dazu wird man gebeten, das Netzwerk auszuwählen und das zugehörige Passwort, das sich auf dem Unterboden des Melders findet, einzutragen. Doch damit noch nicht genug: Jetzt gilt es noch das Ganze mit dem Access Point des eigenen Netzwerkes (Passwort bereithalten) zu verknüpften. Hat das geklappt, leuchtet der Anzeigering auf der Oberseite des Sensors blau, und es erfolgt eine Bestätigung durch die App.

Uff, geschafft. Der anschließende Test bestätigt, die Warn-Kaskade funktioniert. Die auf dem Küchenboden vorsichtig ausgeschütteten, wenigen Wassertropfen bringen den Sensor zum Piepen, und eine Warn-Mail taucht im Smartphone auf. Also alles gut? Ja so weit, nur was tun, wenn man im Fall des Falles gerade im Funkloch unterwegs ist beziehungsweise die Internetverbindung gestört ist?

Diesen Schwachpunkt haben auch die Grohe-Ingenieure erkannt, sie bieten für 650 Euro mit Grohe Sense Guard ein in die Hauszuleitung (hinter der Wasseruhr) zu installierendes netzfähiges Absperrventil an. Das korrespondiert mit den Sense-Sensoren im Haus, ist aber auch selbst auf der Hut und überprüft permanent Wasserdruck, -durchfluss und -temperatur, um die Daten zusammengeführt im Gerät selbst und in der Grohe-Ondus-Cloud zu speichern. Ungewöhnliche Situationen, wie ein „unverhältnismäßig großer Wasserfluss“, der auf einen Rohrbruch hinweist, könnten, schreibt Grohe, so erkannt werden. Das Guard-Ventil schließt, das haben wir auf Nachfrage erfahren, bei einem Wasserfluss größer als 50 Liter in der Minute, und eine Hinweis-Mail wird verschickt. Auch wenn kleinste Wassermengen (Mikroleckage) strömen, wird das vom Gerät erkannt. Gemeint sind damit wohl tropfende Hähne, ohne dass das näher in der Anleitung ausgeführt wird.

Deutlich wird: Mit Grohe-Guard wird das Nutzerverhalten des Haushalts genau abgebildet: Schon wieder haben die Kinder stundenlang geduscht und alle Sparhinweise missachtet. Und das auch noch um drei Uhr morgens. Das müssen ja regelrechte Wasserorgien gewesen sein. Grund genug, hier nachzufassen. Und das noch: Wer eine Brandschutz-Sprinkleranlage im Haus hat, der sollte Grohe-Guard nicht installieren. Ausgenommen, er legt einen Bypass um das Internetventil herum.

Quelle: F.A.Z.
Georg Küffner
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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