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Ski Elan Wingman 86 CTi

Mal wieder voller Elan

Von Walter Wille
 - 10:36
Wingman 86 CTi, ein vielseitiger Typzur Bildergalerie

Elan ist ein bekannter Name in der Skiindustrie, wenn auch vielleicht nicht der bekannteste von allen. Die Slowenen müssen sich gegen Hirsche wie Atomic, Head, Rossignol, Völkl und wie sie alle heißen behaupten. Die Zeiten, in denen der einzigartige Ingemar Stenmark, der Elan über seine gesamte Rennsport-Karriere hinweg treu blieb, den Weltcupzirkus beherrschte und Aufmerksamkeit auf die Marke lenkte, sind lange vorbei. Heute macht sie auf andere Weise von sich reden.Vor allem durch den Hang zu ungewöhnlichen Ideen bei der Konstruktion von Skiern. Querdenken scheint die oberste Pflicht zu sein in der Entwicklungsabteilung in Begunje. Dort verweist man auf „Hunderte internationale Patente“, die Zeugnis ablegen vom Bemühen, kreativ und innovativ zu sein. Das ist das Unternehmen zweifellos. Bloß fragt man sich in jüngster Zeit manchmal, ob die Kunden immer verstehen, was sich Designer und Ingenieure in ihrem Elan ausdenken, oder ob es sie nicht hin und wieder ein bisschen verwirrt. Manches ist erklärungsbedürftig.

Besonders die Sache mit den 2012 herausgebrachten Amphibio-Modellen. Die werden asymmetrisch gebaut. Wer sie benutzt, muss beachten, dass es einen rechten und einen linken Ski gibt. Das Besondere: An der Außenkante sind die Amphibios stärker „gerockert“ (Aufbiegung hinter der Schaufel) als an der Innenkante, wo sie mehr vorgespannt („Camber“) sind. Mit der ungleichmäßigen Verwendung von Camber- und Rocker-Bauweise beabsichtigt Elan, die Vorteile beider Prinzipien zu vereinigen: Grip und Stabilität einerseits, mühelose Kantenwechsel und fehlerverzeihender Charakter andererseits.

Drei Jahre waren die Amphibios auf dem Markt, als die Slowenen die zweite Generation folgen ließen, 4D genannt und noch exzentrischer. Von 2015 an waren die asymmetrischen Skier zusätzlich auf der Oberfläche gewölbt – vor der Bindung konvex (Skimitte höher als die Seiten) und hinter der Bindung konkav (Außenseiten höher als die Mitte). Erzeugt wurde der Effekt durch eine entsprechende Wölbung der oberen Titanium-Schicht, ein Kniff zugunsten einer steiferen Konstruktion trotz der Verarbeitung dünnerer Holzkerne und Laminate, was wiederum zu einer Gewichtsersparnis von rund zehn Prozent gegenüber einer Bauweise mit komplett flachem Metall führen sollte. Die konvexe Front, so die Überlegung, verbessert den Kantenhalt, das konkave Heck führt den Fahrer harmonisch aus dem Schwung heraus.

Führte, muss man sagen. 4D ist Geschichte. Zur Saison 2019/20 wird die dritte Amphibio-Generation mit Beinamen Truline in den Schnee geschickt. Ohne konkave und konvexe Formen, dafür mit einer ausgeklügelten Materialverteilung, die sich beim genauen Hinsehen auf der Oberfläche abzeichnet. Richtung Innenkante werden die Skier verstärkt, nach außen hin werden sie durch Weglassen von Material leichter, weicher, biegsamer hergerichtet. Die Elan-Strategen versprechen viel, nämlich den „perfekten Schwung“. Truline bedeute, dass Innen- und Außenski im Carving-Bogen nunmehr exakt parallele Linien in den Schnee schneiden sollen. Üblicherweise versuche ein Innenski immer einem kleineren Radius zu folgen als der Außenski, so dass der Fahrer stets korrigieren müsse, argumentiert Elan.

Vier Modelle umfasst die neue Amphibio-Reihe, jeweils zwei unterschiedlich straff abgestimmte in den Mittenbreiten 73 und 76 Millimeter, alle vorwiegend für den Pistenbetrieb gedacht. Die Preise beginnen bei 600 Euro inklusive Bindung. Flaggschiff ist der Amphibio 18 TI2, ein Kraftpaket für 850 Euro. Als Einziger des Quartetts hat der einen Sandwich-Holzkern mit zwei Lagen Titanium. Populärster Vertreter der Familie dürfte der weniger harte, umgänglichere 16 TI mit nur einer Lage Metall sein. Auch der wird mit einer Fusion-X-Bindung ausgestattet, die sich durch eine Montage mit lediglich einer, zentral angeordneten Verschraubung mit dem Ski auszeichnet. Das ermöglicht laut Elan eine frei gleitende Bindungsplatte mit der Folge einer schön gleichmäßigen Biegelinie des Skis.

Zur Wahl stehen sechs Modelle

Um das Amphibio-Konzept geländetauglich zu machen, führt Elan im kommenden Winter zudem die neue Baureihe Wingman ein. Die läuft ebenfalls in der Kategorie Allmountain, soll jedoch noch vielseitiger sein, also öfter mal Tiefschnee schnuppern, und somit die Brücke von der Amphibio- zur Freeride-Linie Ripstick schlagen. Von den Amphibios übernehmen die Wingmänner Asymmetrie und Truline-Technik, von den Ripsticks die Leichtbauweise. Zur Wahl stehen sechs Modelle – jeweils zwei unterschiedlich straff abgestimmte Versionen in den Mittenbreiten 78, 82 und 86 Millimeter. Die Preise reichen von 650 bis 850 Euro.

Letzteres ist der Tarif, der für den Wingman 86 CTi aufgerufen wird, die neue Renommierlatte aus Slowenien. Eine leichtgewichtige Schaufel für Auftrieb im Groben zählt zu seinen Merkmalen sowie ein aufwendiger „Tubelight“-Kern: In den laminierten Holzkern werden zwei hohle Karbonröhrchen von fünf Millimeter Durchmesser eingearbeitet, die über fast die gesamte Skilänge verlaufen und für Torsionssteifigkeit bei geringem Gewicht dienen sollen, assistiert von einer soliden Lage Titanal.

Wir haben den Wingman 86 ausgiebig ausprobiert und waren überrascht. Für einen Ski dieser Abmessungen ist er verblüffend verspielt – auf der Piste wie auch in freier Wildbahn. Rasches Umkanten, schnelle Richtungswechsel fallen leicht. Im direkten Vergleich mit einigen anderen Vertretern der Kategorie Allmountain-Freeride kommt einem der Elan trotz gleicher Länge kürzer vor. Dank hoher Reaktionfreude und Spritzigkeit ist er uneingeschränkt pisten- und carvingtauglich, erinnert fast an einen Slalomski. Die Kante hält, solange die Piste einigermaßen griffig und nicht zu steil ist. Wenn der Wingman eine Schwäche hat, dann ist es der nicht tadellose Grip auf harter Unterlage mit stärkerem Gefälle. Dafür laufen ansonsten der linke und der rechte Wingman, wie versprochen, schön parallel. Und im Tiefschnee blüht er richtig auf. Insgesamt einer der Skier des Jahres. Gute Voraussetzungen für den perfekten Schwung. Aber eine Garantie gibt‘s da nicht. Hängt davon ab, wer fährt. Wie immer.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Wille, Walter
Walter Wille
Redaktion „Technik und Motor“
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