Wassersprudler im Test

Für ein bisschen mehr Zisch

Von Anna-Lena Niemann
09.09.2021
, 15:14
Sprudelnde Durstlöscher gibt’s über einen kleinen Umweg auch direkt aus dem Wasserhahn.
Wer Wasser spritzig mag, aber keine Kisten schleppen will, kann inzwischen unter vielen Sprudlern wählen. Bei SodaStream möchte man aber Marktführer bleiben und schickt ein Modell ins Rennen, mit dem sich Kunden nicht mehr zwischen Kunststoff- und Glasflaschen entscheiden müssen.
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Parkplatz vor der Haustür, Auto, Lastenrad, alles wirklich schön. Sofern man es denn hat. Wer das alles nicht hat und zu allem Übel noch im vierten Stock ohne Aufzug wohnt, hat das Wasserkistenschleppen wohl vor langer Zeit aufgegeben. Gegen Einwegflaschen aus Plastik sprechen eigene Gründe. Bleibt also Leitungswasser. Günstig ist es ohnehin, ein penibel kontrolliertes Lebensmittel auch, und wer Wasser im Rachen blubbern spüren will, kann das gut eigenhändig erledigen. Mit Sprudlern, die dem Wasser mit Druck Kohlendioxid zusetzen, wodurch sich Kohlensäure bildet.

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Für deutlich unter 100 Euro bieten Marken wie Brita, Philips und Soda­Stream ihre Geräte an. Optisch tut sich Hersteller Aarke hervor, der seine reduzierten Gehäuse auch in Kupfer, Gold oder einen pulverbeschichteten Sandton kleidet. Mit etwa 170 Euro bilden sie allerdings die preisliche Speerspitze. Marktführer SodaStream wagt sich mit seinem neuesten Modell ins Mittelfeld. 140 Euro kostet der Duo, den wir einige Wochen getestet haben. Im Gegensatz zur Konkurrenz verspricht er einen entscheidenden Vorteil: Flexibilität in Flaschen.

Gewöhnlich müssen sich Kunden vor dem Kauf entscheiden, ob sie in Glas- oder Kunststoffflaschen sprudeln wollen. Die einen sehen besser aus und sind frei vom Weichmacherverdacht, die anderen leichter und im wieder mobiler werdenden Alltag praktisch. Doch wo mit Überdruck gearbeitet wird, müssen Material und Design der Flaschen auf die Konstruktion der Sprudler abgestimmt sein. Der Duo bietet nun beides, eine schlichte, ansprechende Glasflasche und eine aus BPA-freiem Kunststoff. Der Behälter, in dem die Flaschen ihre Gasdosis bekommen, ist geschlossen und, was gefällt, nicht mehr komplett in Plastik gekleidet, sondern in gebürsteten Edelstahl. Beide Flaschen fassen einen guten Liter, zum Sprudeln darf die markierte Fülllinie bei 840 Milliliter aber nicht überschritten werden, sonst läuft es über. Damit passt mehr in eine Flasche als beim Vorgängermodell, bei gleichzeitig kompakteren Gerätemaßen. Das heißt aber auch: Wer schon SodaStream-Flaschen zu Hause hat, kann sie im Duo nicht weiternutzen. Das hier nicht auf Kompatibilität zwischen Geräten des gleichen Hauses gesetzt wird, mag für das Geschäftsmodell des Herstellers sinnhaft sein, für Kunden ist es ärgerlich.

Sprudelwasser marsch: Flasche einsetzen, Deckel runter, verriegeln, sprudeln, fertig.
Sprudelwasser marsch: Flasche einsetzen, Deckel runter, verriegeln, sprudeln, fertig. Bild: SodaStream

An anderen Stellen hält der Duo aber erfreuliche Verbesserungen parat. Wird der Behälter entriegelt, gleitet der Deckel, in dem sich auch die Düse zum Sprudeln befindet, nach oben, während die untere Hälfte nach vorne kippt, damit man die Flaschen einsetzen kann. Das lief schon beim Vorgänger so. Der brauchte dazu aber noch elf Zentimeter mehr Kopffreiheit. Der Duo ist 44 Zentimeter hoch – und bleibt es auch beim Befüllen. Wer niedrige Küchenschränke hat, dürfte es dem Hersteller danken. Auch die Mechanik der Verriegelung sowie die des Druckknopfs wirken deutlich verbessert, weil leichtgängiger.

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Leichter funktioniert zudem alles rund um den Gaszylinder. Ihn aus- und einzusetzen war nun nie eine Raketenwissenschaft, zuweilen aber umständlich, weil man ihn von unten eindrehen musste. SodaStream bewirbt seinen Duo nun denn mit einem neuen Verschlusssystem, dass sie „Quick Connect“ nennen. Die entsprechenden Kartuschen – die alten passen hier nicht mehr – setzt man auf der Rückseite ein und zieht einen pinken Hebel von oben über den neu gestalteten Zylinderkopf. Das war’s. Ist die Gasflasche leer, sie soll für rund 60 Liter reichen, bekommt man im Tausch eine volle für circa zehn Euro in der Drogerie oder dem Supermarkt.

Im gekauften „Klassik“-Mineralwasser finden sich in jedem Liter Wasser mindestens sieben Gramm Kohlensäure. Wer selbst sprudelt, kann den Gehalt freilich selbst dosieren, indem er den oben platzierten Knopf kurz, lang, drei- oder siebenmal drückt. Im direkten Vergleich ist das selbst gesprudelte Wasser aber nie ganz so spritzig wie gekauftes, auch wenn es an der Oberfläche lauter perlt und braust. Trotzdem ist es alles andere als lasch. Wer nicht schleppen mag, wird damit gut leben können.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Niemann, Anna-Lena
Anna-Lena Niemann
Redakteurin in der Wirtschaft.
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