FAZ plus ArtikelFalsche Fahrradbeleuchtung

Hoffnungslos überbelichtet

Von Hans-Heinrich Pardey
19.10.2021
, 12:19
Entgegenkommend: Ob’s blendet, hat der Lenker im Griff.
Lichttechnik war lange das Stiefkind am Fahrrad. Das hat sich gründlich geändert. Aber nicht immer zum Besseren.
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Der Paragraph 67 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) mit der Überschrift „Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern“ ist von großer juristischer Sprachmacht. Ganz im Sinne des Axioms von Ludwig Wittgenstein „Die Welt ist alles, was der Fall ist“ versucht der längliche Text die ungeheure Vielfalt der Möglichkeiten in den Griff zu bekommen, wie und wodurch ein Fahrrad mit oder ohne Elektromotor zu beleuchten ist.

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Dieser Eifer erreicht höchstes Niveau in Formulierungen wie dieser: „Scheinwerfer dürfen zusätzlich mit Tagfahrlicht- und Fernlichtfunktion für weißes Licht mit einer maximalen Lichtstärke und Lichtverteilung der Tagfahrlichtfunktion nach der Regelung Nr. 87 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Leuchten für Tagfahrlicht für Kraftfahrzeuge (ABl. L 164 vom 30.6.2010, S. 46) ausgerüstet sein. Die Umschaltung zwischen den Lichtfunktionen muss automatisch erfolgen oder von Hand mit Bedienteilen entsprechend der Lageanordnung nach der Regelung Nr. 60 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) – Einheitliche Vorschriften für die Genehmigung zweirädriger Krafträder und Fahrräder mit Hilfsmotor hinsichtlich der vom Fahrzeugführer betätigten Bedienteile und der Kennzeichnung von Bedienteilen, Kontrollleuchten und Anzeigevorrichtungen (ABl. L 297 vom 15.10.2014, S. 23).“

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Quelle: F.A.S.
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