Zwei Microplane-Reiben im Test

Ran ans Gemüse

Von Marco Dettweiler
16.09.2021
, 10:10
Kleinstarbeit: Reiben über der Schüssel oder mit V-Hobel.
Mit Microplane durch dick und dünn: Wir haben eine Schüsselreibe und eine mit verstellbaren V-Hobel ausprobiert. Eine Sache gefiel uns nicht so gut.
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In der Küche stellt sich immer wieder die All-in-one-Frage. Brauchen Hobbyköche eine einzige Küchenmaschine, oder genügen einzelne Gerätschaften? Ein weiteres Beispiel sind Reiben, die es in vielfältigen Ausführungen gibt und die Schubladen füllen. So hat Microplane einen ganzen Katalog mit seinen Produkten gefüllt. Wem eine Sammlung von unterschiedlichen Reiben zu viel ist, kann sich ein Multifunktionsmodell mit mehreren Einsatzmöglichkeiten zulegen.

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In vielen Küchen findet man eine Turmreibe in der Schublade, die an ihren vier Seiten unterschiedlich große Löcher hat, so dass man sowohl Kartoffeln grob raspeln als auch Parmesan fein reiben kann. Der meist mit einem Griff versehene Turm bietet sich an, um ihn auf Brett, Teller oder Schüssel zu stellen.

Jedoch wird je nach Größe der Lebensmittel der Zerkleinerungsvorgang umso unübersichtlicher, je länger er dauert, weil sich das bereits zerkleinerte Schnittgut im und um den Turm herum sammelt. Dieses Problem lässt sich mit einer Schüsselreibe wie etwa der neuen von Microplane für 20 Euro umgehen. Sie hat an den Enden einen dicken, leicht gebogenen Gummirand, so dass sie horizontal auf die Schüssel gesetzt werden kann. Oder wie Microplane sagen würde: Die Reibe hat „Softtouch- und Anti-Rutsch-Griffe“.

Microplane empfiehlt Schüsseln bis maximal 16 Zentimeter Durchmesser.
Microplane empfiehlt Schüsseln bis maximal 16 Zentimeter Durchmesser. Bild: Microplane

Anfangs waren wir skeptisch, ob sie in oder auf die Schüssel passt. Sie tat es – und sogar auf unser favorisiertes Metallmodell. Microplane empfiehlt Schüsseln bis maximal 16 Zentimeter Durchmesser. Die Reibe kann innen eingeklemmt oder auf den Rand gesetzt werden. Weil der Kunststoff fest am Rand sitzt, verrutscht die Reibe nicht zur Seite. Insofern lassen sich Zucchini, Kartoffeln, Blumenkohl, Rote Bete oder Äpfel mit einer Hand problemlos hin und her ziehen. Gewöhnungsbedürftig ist die Haltung der Hand, weil man normalerweise eher die Lebensmittel schräg oder komplett nach unten drückt.

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So etwa bei dem verstellbaren V-Hobel mit Julienneklingen-Einsatz von Microplane für 50 Euro. Dieser hat einen Griff und eine gummierte Aufstellfläche. Auf der Rückseite befindet sich ein großes Einstellrad, mit dem der Abstand der Klinge justiert wird. Je größer man diesen einstellt, desto dicker werden die Scheiben von Möhren, Paprika, Äpfeln oder Gurken. Das Einstellrad reagiert tadellos, dank seiner Größe lässt sich exakt Maß nehmen. Die Klingeneinheit hat eine Wendefunktion. Mit etwas Druck löst sie sich aus dem Rahmen, dann dreht man sie und setzt sie wieder ein. Aus dem Hobeleinsatz wird so einer mit Julienneklinge. Reibt man darauf das Gemüse und Obst, zerfällt es in dünne Streifen.

V-Hobel mit Julienneklingen-Einsatz für 50 Euro
V-Hobel mit Julienneklingen-Einsatz für 50 Euro Bild: Microplane

Der V-Hobel ist gewissermaßen schon ein 2-in-1-Gerät. Wenn man das Lebensmittel in die Hand nimmt und reibt, funktioniert das bestens – solange man anhält, wenn der Finger sich gefährlich der Klinge nähert. Für diesen Zweck hat Microplane einen Fingerschutz beigelegt. Mit diesem Stück fasst man das Stück Obst oder Gemüse wie mit einer Zange am hinteren Ende. Kleine Dornen sorgen für zusätzlichen Halt. Was in der Theorie gut klingt, hat in der Praxis schlecht funktioniert. Die Stücke ließen sich nicht gut greifen. Zudem gerieten die Dornen immer wieder in die Klinge, weil schwer abzuschätzen war, wie nahe man sich zu dieser befindet. Mit etwas Schwung schafft man es sogar, diese zu kürzen.

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Ansonsten überzeugen beide Reiben wieder einmal durch die sehr scharfen Klingen, die Microplane im Foto-Ätz-Verfahren herstellt. Es braucht allerdings etwas mehr Übung, im Rhythmus zu bleiben, als mit anderen klassischen Reiben wie dem Zestermodell oder der Reibe für Grobes. Noch läuft die Schublade nicht über, so dass wir in diesem Bereich All-in-one-Lösungen noch ignorieren.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dettweiler, Marco
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
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