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Tech-Talk

Uhrängste

EIN KOMMENTAR Von Boris Schmidt
 - 07:59

In sechseinhalb Wochen ist es wieder so weit: Die Uhren werden umgestellt. Man wacht sonntags gefühlt um neun auf, dabei es ist schon zehn. Ergo ist es abends länger hell und morgens wieder dunkler. Seitdem es die Sommerzeit wieder gibt – neu belebt wurde sie in der Bundesrepublik und der DDR 1980 –, ebbt der Streit um Sinn oder Unsinn der Maßnahme nicht ab. Die einen wollen immer die Sommerzeit, die anderen immer die Winterzeit, die ja eigentlich die Normalzeit ist.

Dass es Vorteile hat, das Sonnenlicht mit der Sommerzeit besser auszunutzen, ist unbestritten; in den beiden Weltkriegen hat man die Maßnahme erstmals vollzogen, und 1947 gab es im Hochsommer sogar zwei Stunden Zeitdifferenz. Dass heute darauf noch keiner gekommen ist. Ohne Frage ist die Diskussion um das Hin und Her seit 40 Jahren ein Ärgernis, als hätten wir nicht genügend andere Probleme. Das zweimalige Umstellen im Jahr ist wohl für viele zu viel verlangt. Und immer wieder werden Studien vorgelegt, die von negativen Auswirkungen berichten.

Jetzt melden sich amerikanische Forscher zu Wort, die mehr als 730.000 tödliche Verkehrsunfälle im Zeitraum von 1996 bis 2017 analysiert haben. Sie stellen fest, dass es in der Woche nach dem Wechsel zur Sommerzeit zu deutlich mehr Unfällen kam als in der Woche davor und danach. Im Schnitt steige das Risiko eines tödlichen Unfalls in jener Woche um sechs Prozent. Dies entspreche 28 tödlichen Unfällen pro Jahr infolge der Zeitumstellung.

Auf Deutschland kann man das gewiss nicht einfach übertragen. Wer die Sommerzeit auch im Winter haben will, muss wissen, dass es dann im Dezember und Januar erst um neun richtig hell wird. Wollen wir das? Falls ja, dann bitte den Schulanfang generell auf neun Uhr setzen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmidt, Boris
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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