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Tech-Talk

Waffzeug

EIN KOMMENTAR Von Lukas Weber
Aktualisiert am 20.01.2020
 - 09:19
Gerade wurde das verworrene Waffenrecht schon wieder verschärft. Neben allerlei Extrabürokratie für Jäger und Sportschützen trifft das den Normalbürger, weil das Mitführen von Werkzeug kriminalisiert wird.

Die Zeit vor dem Jahresende eignet sich für den Gesetzgeber trefflich, um rasch noch Unsinn zu beschließen, mit dem die Bürger gegängelt werden sollen. Sie sind dann mit anderen Dingen beschäftigt, und wenn das Gesetz im neuen Jahr in Kraft tritt, ist es zum Aufmucken zu spät.

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Gerade wurde das verworrene Waffenrecht schon wieder verschärft – nach den Anforderungen einer EU-Richtlinie sowie, echt Deutsch, weit darüber hinaus. Neben allerlei Extrabürokratie für Jäger und Sportschützen trifft das den Normalbürger, weil das Mitführen (auch im Auto) von Werkzeug kriminalisiert wird. Denn Schweizer Taschenmesser, Multitools und Ähnliches mit mehr als vier Zentimeter Klingenlänge können regional verboten sein, wer sie dabeihat, muss mit saftigen Strafen rechnen. Was kommt als Nächstes, ein Kleinstwaffenschein für Korkenzieher oder die Bedürfnisprüfung für Schraubendreher?

Und weil mancher noch gern sein eigenes Verbot dranhängen möchte, hat Hessen im Bundesrat beantragt, obendrein Armbrüste künftig den Feuerwaffen gleichzustellen, die hätten ja eine hohe Durchschlagskraft. Jeder, der eine hat, weiß, wie unhandlich sie sind, wie viele Tötungsdelikte mit solch einem Gerät sind denn bekannt? Der einzige Anschlag in diesem Zusammenhang ist der des Antragstellers auf den gesunden Menschenverstand. Da gibt es schon noch Spielraum, wie wäre es mit einer monatlichen Überprüfung der Besitzer von Flitzebogen, Spatzenschleudern und Blasrohren, die sind doch auch nicht ungefährlich?

Die ständige Verschärfung schafft zwei Probleme: Der Besitz von Gegenständen, die legal erworben wurden, kann später unzulässig sein, die Rechtssicherheit bleibt auf der Strecke. Und zweitens gaukelt solch eine Placebo-Politik vor, der Staat unternehme was. Die Sicherheit auf den Straßen erhöht er mit diesem Theater jedenfalls nicht.

Quelle: F.A.Z.
Lukas Weber
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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