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Tech-Talk

Sinnfrei fragen

Von Wolfgang Tunze
 - 09:06

An der Grenze zwischen Spätwinter und Vorfrühling finden sie statt, all die Roadshows, in denen die Elektronik-Konzerne im Nachgang zum globalen Jahres-Intro Las-Vegas-CES der geneigten Händlerschaft zeigen, was sich für die kommenden Monate zu ordern lohnt. Sprachgesteuert muss es sein, diese Botschaft vermitteln in diesen Tagen unzählige Promotoren den einschlägigen Einkäufern.

Und wie beweisen sie es? Mit lebensnahen Fragen natürlich: „Alexa“, oder, je nach Biotop, „Okay, Google“. Sodann: „Wie wird das Wetter morgen?“ Tja, wie wohl? Und wer will das dauernd wissen? Das Szenario deutet nicht nur begrenzte Vorführ-Phantasie an. Es lässt auch ahnen: Der Sinn all dessen, was die Sprachsteuerungs-Systeme können – oder zu können behaupten –, ist ein weites Feld für Diskussionen.

Dass es daheim Gefühle von Ungemütlichkeit auslösen könnte, wenn Fernseher, Soundbars, Küchenlautsprecher oder Badezimmerspiegel um die Wette lauschen, sei hier gar nicht erörtert. Dass die konkurrierenden Systeme – neben Amazon und Google sind schließlich auch noch Branchengrößen wie LG und Samsung mit eigenen Spracherkennern unterwegs – in herzerfrischende Dialoge untereinander eintreten könnten, mag Freunde des Satirischen inspirieren.

Aber wo sind die zwingenden Aspekte von Nützlichkeit? „Alexa, schalte das Fernsehprogramm um auf ARD!“ Wenn alles gutgeht, setzt die Glotze die Anordnung ohne weitere Systemnachfragen klaglos um. Nur: Es hätte einen Bruchteil der Zeit gekostet, an der Fernbedienung auf die 1 zu tippen.

Oder: Wenn der Google Assistant die nächsten Bahnverbindungen von München nach Frankfurt aufsagt, mag das ja bequem und erbaulich sein, aber wer die Suche am Bildschirm erledigt, kann gleich noch ein Ticket ordern und auf sein Smartphone laden lassen. Man soll das Kind nicht mit dem Bade ausschütten: Sicher kommt sie noch, die Killer-Applikation fürs gesprochene Wort.

Quelle: F.A.Z.
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