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Schlusslicht

Wir kommen voran

Von Holger Appel
 - 08:26

Vergangene Woche sind uns hier die Raser abhanden gekommen, weil beim Blitzermarathon fast niemand ertappt wurde. Dann musste das Umweltbundesamt einräumen, dass es nicht richtig rechnen kann, jedenfalls nicht in Treibhausgasen, die sinken statt steigen, kleines Missgeschick. Und jetzt das: In Stuttgart, der Mutter allen Deutsche Umwelthilfeaktionismus, wird es keine Fahrverbote für Euro-5-Diesel geben, weil, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann erkannt hat, „die Luft besser wird“. Sein parteifreundlicher Verkehrsminister Winfried Hermann sekundiert, großflächige Verkehrsbeschränkungen für die Stuttgarter Umweltzone seien „nicht mehr angezeigt“ - selbiger Winfried Hermann, der Nachrüstkatalysatoren an älteren Dieseln für unerlässlich hält, um Fahrverbote zu vermeiden. Was jetzt, wenn er merkt, was er selbst verkündet hat? Wenn das die Hamburger Straßensperrer hören? Oder die Frankfurter Stadtschließer aus Wiesbaden? Fast könnte man an eine grüne Verschwörung zur Rettung des Diesels glauben. Oder der Vernunft. Aber heute ist der 14.April, nicht der 1.

Deshalb ist darauf zu achten, was die Nationale Akademie Leopoldina im Auftrag der Bundesregierung evaluiert hat. Kleinräumige Beschränkungen, die sich gegen einzelne Verursacher von Stickoxidbelastungen richten, seien wenig sinnvoll: vulgo Straßensperrungen und isolierte Fahrverbote. Vielmehr sei es wichtiger, im Rahmen einer nachhaltigen Verkehrswende Luftschadstoffe zu verringern, und zwar den Feinstaub mehr als Stickstoffdioxid, meinen die Wissenschaftler.

Feinstaub filtert der Diesel schon lange heraus und der Benzinmotor fortan auch, wohl aber entsteht er in der U-Bahn und beim Bremsen. Also wird bald jemand fordern, U-Bahnen und Bremsen zu verbieten. Wie sagte Kretschmann noch gleich? Wir kommen voran.

Quelle: F.A.S.
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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