Euro-Raum

Euro-Inflationsrate erreicht 2,6 Prozent

18.10.2005
, 17:35
Die Inflationsrate im Euro-Raum ist im September von 2,2 auf 2,6 Prozent gestiegen. Forschungsinstitute erwarten für das kommende Jahr einen Ölpreis von 60 Dollar. Die deutsche Erzeugerpreisinflation steigt auf 4,9 Prozent.
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Die Inflationsrate im Euro-Raum ist im September von 2,2 auf 2,6 Prozent gestiegen. Das Statistische Amt der Europäischen Union revidierte am Dienstag seine Vorabschätzung von 2,5 Prozent leicht nach oben. Mit 2,6 Prozent liegt die Inflation im Euro-Raum nun so hoch wie zuletzt am Jahresanfang 2002. Gegenüber dem Vormonat stieg der Index der Verbraucherpreise um 0,5 Prozent.

Der Inflationssprung gründete überwiegend im Ölpreisanstieg, der die Energiekosten in die Höhe trieb. Energie war für die Verbraucher im September um 15,2 Prozent teurer als vor einem Jahr. Ohne die Energiekomponente wären die Verbraucherpreise nur um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Rohöl der Sorte Brent kostete im September zeitweise 67 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Dienstag wurde ein Barrel knapp unter 60 Dollar gehandelt.

Ölpreis bleibt hoch

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Nach Ansicht von Wirtschaftsforschern wird der Ölpreis auch im kommenden Jahr hoch bleiben. Die Vereinigung Europäischer Konjunkturinstitute erklärte am Dienstag, man sehe den Brent-Preis 2006 bei "reichlich 60 Dollar". Das wäre ein Plus von 10 Prozent gegenüber diesem Jahr. 2004 stieg der Rohölpreis um 31 Prozent, in diesem Jahr voraussichtlich um 47 Prozent. Die Institutsvereinigung, der das Hamburger Weltwirtschaftsarchiv (HWWA) und das Institut für Weltwirtschaft in Kiel angehören, erwartet, daß der Ölpreis stark schwanken werde. Ein kalter Winter im Norden könne den Preis rasch und deutlich steigen lassen.

EZB: Mit Drohungen allein ist es nich getan

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet als Folge des hohen Ölpreises, daß die Inflationsrate im Euro-Raum vorerst hoch bleiben wird. Chefvolkswirt Otmar Issing warnte zuletzt davor, daß die Teuerungsrate im kommenden Jahr über 2 Prozent liegen könne. Damit würde die EZB das siebte Jahr nacheinander knapp die Preisniveaustabilität verfehlen, die sie mittelfristig mit unter, aber nahe 2 Prozent definiert.

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Die EZB ist besorgt, daß der Ölpreis über Absatzpreis- oder Lohnsteigerungen den mittelfristigen Inflationstrend beschleunigen könne. Issing sagte in einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit der Zeitschrift Euro: "Wenn wir beobachten, daß auf mittlere Frist gesehen die Inflation aus dem Ruder zu laufen droht, dann werden wir handeln." Allein mit Drohen und Interpretieren sei es auf Dauer nicht getan, sagte Issing.

Bislang niedrige Kerninflation

Volkswirte privater Geschäftsbanken halten die Gefahr von Zweitrundeneffekten eher für gering. Sie verweisen darauf, daß die Kerninflationsrate im Euro-Raum auch im September keinen Aufwärtstrend zeigte. Die Inflationsrate ohne die Preise für Energie und nichtverarbeitete Lebensmittel lag zuletzt bei 1,5 Prozent und damit etwa so hoch wie seit dem Frühjahr.

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Die am Dienstag veröffentlichten Angaben zu den deutschen Erzeugerpreisen lassen nicht erkennen, daß die Unternehmen die höheren Energiepreise auf ihre Abnehmer abwälzen. Der Index der Erzeugerpreise im Inlandsabsatz stieg um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 4,6 Prozent in den Vormonaten. Als Folge der teureren Energie kosteten Vorleistungsgüter 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Teuerung der Investitionsgüter aber hielt sich mit 0,8 Prozent im Rahmen der Vormonate. Konsumgüter wurden um 1,7 Prozent teurer; dies geht überwiegend auf die Tabaksteuererhöhung zurück.

Quelle: pwe. / F.A.Z., 19.10.2005, Nr. 243 / Seite 12
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