Preise

Teurere Energie und Reisen treiben Inflation

25.02.2005
, 16:19
Immer weniger wert
Von Januar auf Februar erhöhten sich die Verbraucherpreise im Schnitt um 0,4 Prozent. Die Jahresteuerungsrate stieg damit auf 1,8 Prozent von 1,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
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Teure Energie sowie höhere Preise für Reisen und frisches Gemüse haben die Inflation in Deutschland im Februar angeheizt.

Von Januar auf Februar erhöhten sich die Verbraucherpreise im Schnitt um 0,4 Prozent. Die Jahresteuerungsrate stieg damit auf 1,8 Prozent von 1,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Berechnungen auf Basis der Daten aus sechs Bundesländern mitteilte.

„Inflation etwas unterschätzt“

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„Die Preise für Heizöl stiegen gegenüber dem Februar 2004 überdurchschnittlich an“, erläuterten die Statistiker angesichts von Preissteigerungen von bis zu einem Drittel. Für den kräftigen Anstieg der Gemüsepreise im Monatsvergleich machten Analysten auch den Wintereinbruch in Südeuropa verantwortlich. Zudem seien zu Karneval die Preise für Pauschalreisen, Hotels und in Gaststätten gestiegen.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten vor Veröffentlichung der ersten Länderdaten einen monatlichen Preisanstieg von 0,3 Prozent und eine Jahresrate von 1,7 Prozent erwartet. „Die Inflation wurde am Jahresanfang etwas unterschätzt“, sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg.

Auch Tabak deutlich teurer

Frischgemüse kostete in Nordrhein-Westfalen zehn Prozent mehr als im Januar. Preistreiber blieben die Energiekosten auch im Monatsvergleich: So mußten die Bayern rund anderthalb Prozent mehr für Heizöl oder für Benzin und Diesel ausgeben. In Baden-Württemberg registrierten die Statistiker bei Pauschalreisen eine Verteuerung um mehr als acht Prozent. „Etwas ausgleichend wirkten dagegen die Bekleidungspreise“, erläuterten die Statistiker mit Blick auf den Preisrückgang von 1,5 Prozent.

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Im Jahresvergleich zogen neben den Ölpreisen auch die Tabakpreise wegen der Steuererhöhungen kräftig an: Raucher mußten ein Viertel mehr als im Februar 2004 für Zigaretten oder Tabak ausgeben. Dagegen verbilligten sich Computer, in Hessen beispielsweise um elf Prozent.

Rohölpreis um fast ein Fünftel gestiegen

Trotz der überraschend kräftigen Preissteigerungen sehen Experten keine grundsätzliche Inflationsgefahr in Deutschland, da Firmen wegen der schwachen Nachfrage kaum Preiserhöhungen durchsetzen können. Auch die EZB dürfte sich nach Worten von Niklasch keine großen Sorgen über den Inflationsanstieg in Deutschland machen: „Es wird die Unterschiede zwischen den nationalen Inflationsraten in der Euro-Zone etwas verkleinern.“ So betrug die Inflation in Spanien zuletzt gut drei Prozent.

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Die steigenden Ölpreise machen es nach Worten von Niklasch gleichzeitig jedoch unwahrscheinlicher, daß die Inflation in der gesamten Euro-Zone wie von der Notenbank erwartet unter zwei Prozent sinkt. An den internationalen Märkten ist der Preis für Rohöl seit Jahresanfang um fast ein Fünftel gestiegen.

Quelle: Reuters
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