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Weniger Aufträge

Dämpfer für die deutsche Industrie

Von Maja Brankovic
 - 10:18

Die deutsche Industrie hat den Schwung zum Jahresende 2016 nicht ins neue Jahr mitnehmen können. Nachdem die Auftragszahlen im Dezember steil nach oben gegangen waren, erhielt das Verarbeitende Gewerbe im Januar saison- und arbeitstäglich bereinigt 7,4 Prozent weniger Aufträge als im Monat zuvor.

Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Das war der stärkste monatliche Rückgang seit acht Jahren. Zuvor befragte Fachleute hatten mit einem deutlich geringeren Dämpfer gerechnet.

„Nur ein Ausreißer nach unten“

Die Zahlen vom Januar stehen im scharfen Kontrast zu der aktuellen Stimmung in den Unternehmen. Sowohl der Ifo-Geschäftsklimaindex, der wichtigste konjunkturelle Frühindikator in Deutschland, als auch der Markit-Einkaufsmanagerindex hatten zuletzt ein äußerst optimistisches Stimmungsbild gezeichnet, was ein Gros der Ökonomen als klares Wachstumssignal gewertet hatte.

Entsprechend zurückhaltend fiel ihre Bewertung der Januarzahlen aus. „Die heutigen Zahlen sind ohne Frage eine Enttäuschung“, kommentierte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Zwar sei das Minus teilweise auf sehr wenige Aufträge im immer sehr volatilen Sektor „sonstiger Fahrzeugbau“ zurückzuführen. Aber auch wenn man diesen herausrechne, bleibe ein „sehr deutlicher Rückgang“ von 3,8 Prozent.

Eine konjunkturelle Schwäche kann der Bankenökonom in den Januarzahlen trotzdem nicht erkennen. „Angesichts der bis zuletzt sehr positiven Stimmungsindikatoren dürfte es sich hierbei um einen Ausreißer nach unten handeln“, sagte Solveen.

Auch Bayern-LB-Analyst Stefan Kipar wies auf die gute Entwicklung der Unternehmensumfragen seit Jahresbeginn hin. Die Stimmung in den Unternehmen spreche dafür, dass sich noch kein Abwärtstrend bei den Neuaufträgen etabliert hat, sagte Kipar. Er mahnte jedoch an, die „Konjunktureuphorie“ der jüngsten Vergangenheit etwas zu bremsen. Schließlich würden die Stolpersteine im laufenden Jahr, insbesondere von außenpolitischer Seite, noch zunehmen.

Im Januar gingen die Aufträge aus allen Regionen zurück. Die Bestellungen aus dem Inland sanken um mehr als 10 Prozent, die aus dem Ausland um 4,9 Prozent. Eine schwächelnde Nachfrage aus Großbritannien, den Vereinigten Staaten oder China lässt sich aus den Daten nicht ablesen.

Während die Aufträge aus der Währungsunion um 7,8 Prozent sanken, ging die Nachfrage aus dem restlichen Ausland lediglich um 2,9 Prozent zurück. Besonders stark betroffen waren die Hersteller von Investitionsgütern, die einen Rückgang von 9,9 Prozent verzeichneten. Auch die Nachfrage von Konsum- und Vorleistungsgütern ging gegenüber dem Jahresende 2016 zurück, wenn auch in geringerem Ausmaß.

Quelle: FAZ.NET
Maja Brankovic
Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Woche.
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