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Ein Spender für drei Patienten

Mehr Deutsche spenden ihre Organe

 - 10:49

Erstmals seit 2010 ist die Zahl der Organspender in Deutschland wieder deutlich angestiegen. Im vergangenen Jahr haben 955 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe für schwerkranke Patienten gespendet, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Freitag in Frankfurt mitteilte.

Im Vergleich zu 2017 ist dies eine Steigerung um beinahe ein Fünftel – damals gab es nur 797 Spender. Damit kommen nun 11,5 Spender auf eine Million Einwohner.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Zunahme begrüßt. „Endlich gibt es wieder mehr Organspender“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Informationskampagnen zeigten Wirkung. Auch die Debatte über neue Organspende-Regeln sorge dafür, dass sich mehr Menschen Gedanken über dieses Thema machten.

10.000 Patienten warten

„Der Bundestag wird in den nächsten Monaten gleich über mehrere Gesetze beraten, die die Bedingungen für noch mehr Organspenden setzen sollen. Denn die steigenden Zahlen sind gut, aber nicht gut genug“, sagte Spahn. „Noch warten 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan.“

Aktuell stehen in Deutschland der DSO zufolge noch immer rund 9400 Patienten auf den Wartelisten für eine Organtransplantation. Die Stiftung wertete die Zahlen als „ersten Hoffungsschimmer“ für wartende Patienten. Entscheidende Verbesserungen könnten die derzeit vom Bundestag geplanten Reformen zur Organspende bringen.

Von den Spendern wurden der Mitteilung zufolge 3113 Organe durch die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant erfolgreich an Patienten der acht Mitgliedsländer vermittelt. Darunter waren 1607 Nieren, 295 Herzen, 779 Lebern, 338 Lungen, 91 Bauchspeicheldrüsen sowie 3 Dünndärme. Das sind 519 Organe mehr als in 2017.

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Jeder Spender rettet drei schwerkranke Patienten

Jeder deutsche Spender habe damit im Durchschnitt drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance geschenkt, hieß es von der DSO weiter. Gleichzeitig konnten in deutschen Kliniken 3264 Organe verstorbener Spender transplantiert werden. Im Jahr 2017 waren es 2765 Organübertragungen.

Spahn hatte die Debatte über neue Organspende-Regeln angestoßen und wirbt für eine „doppelte Widerspruchslösung“. Das heißt, dass jeder als Spender gilt. Man solle dazu aber noch Nein sagen können, sonst seien – als doppelte Schranke - Angehörige zu fragen. Im Bundestag formieren sich aber auch Initiativen für andere Neuregelungen. Bisher sind Organentnahmen nur bei ausdrücklicher Zustimmung erlaubt.

Quelle: dpa
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