FAZ plus ArtikelDebatte um den Ruhestand

Vier Mythen über die Rente

Von Patrick Bernau
15.06.2021
, 11:44
Erst mit 68 Jahren in den Ruhestand gehen? Dieser Vorschlag hat viel Widerspruch bekommen. Nicht jedes Argument hält einer genaueren Betrachtung stand.

Selbständige retten die Rente

„Je mehr einzahlen, desto besser für die Stabilität der Rentenkasse. Deshalb habe ich einen Vorschlag gemacht, die Selbstständigen in das System der Alterssicherung einzubeziehen.“ (Hubertus Heil, Sozialminister)

Immer wieder hört man, die Rentenversicherung bekäme weniger Probleme, wenn noch mehr Leute einzahlen müssten: Beamte zum Beispiel – oder eben Selbstständige, so wie es sich Arbeitsminister Heil (SPD) diese Woche gewünscht hat. Das allein rettet allerdings die Rentenkasse sicherlich nicht. Denn: Wer Beiträge zahlt, der erwirbt auch Ansprüche an die Rentenversicherung. Es gibt sogar mehrere Gründe anzunehmen, dass Selbstständige und Beamte die Rentenversicherung auf Dauer teuer zu stehen kommen würden. Erstens leben sie länger als Arbeiter und Angestellte, bekommen also länger Rente. 40-jährige Frauen haben im Durchschnitt 40 weitere Jahre vor sich, wenn sie Arbeiterinnen oder Angestellte sind, aber 43 Jahre, wenn sie selbstständig sind – und als Beamte sogar noch fast 47 Jahre.

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Quelle: F.A.S.
Patrick Bernau  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Patrick Bernau
Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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