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Abgehängt?

Von PHILIPP KROHN, Fotos von MAXIMILIAN VON LACHNER

18. Februar 2020 · Das Dorf Finsternthal liegt in den Hügeln des Hintertaunus. Schützenverein und Posaunenchor waren das Rückgrat der Gesellschaft. Ein Beispiel für den Verfall will man nicht sein.

Wer das Vereinsheim des Schützenvereins 1903 Finsternthal-Hunoldstal betritt, fühlt sich in ein anderes Jahrzehnt zurückversetzt. Beige Fliesen, zwei Reihen Urkunden an der Wand, Pokale zwischen zehn und dreißig Zentimetern oben in 2,50 Meter Höhe, auf einer Dartscheibe klemmen drei Pfeile. Aus dem Radio ertönt „Tell It To My Heart“ der lang vergessenen Sängerin Taylor Dayne. Hinter der Bar hängt an der Wand eine Asbach-Uralt-Flasche, auf dem Kopf, so dass man direkt die Gläser füllen kann. Ein Licher-Bier kostet 1,50, ein Glas Apfelwein ebenfalls. Man wäre nicht überrascht, wenn auf einem Bildschirm ein Wimbledon-Finale von Steffi Graf oder Boris Becker liefe. Die Zeit scheint stehengeblieben.

Ist sie aber nicht. Der 1903 gegründete Verein, 1954 wiedergegründet, hat wenig mit der Nostalgie und der Deutschtümelei zu tun, wie sie gern mit dem Schützenwesen in Verbindung gebracht werden. Hier im Vereinshaus von Finsternthal wurde die erste elektronische Schussauswertung weit und breit eingeführt. Da war der SV 1903 längst auf dem Weg vom Preisschießen zum sportlichen Ligabetrieb. Olympischer Wettkampf statt Trachtenjanker.

  • Die Jüngeren haben übernommen. Matthias Eid (rechts) führt den Schützenverein seit einigen Jahren. Herbert Wischmann kommt ab und zu vorbei.
  • Ahnengalerie im Vereinsheim des SV Finsternthal-Hunoldsthal
  • Das Vereinsheim wurde 1981 eröffnet.
  • Im Schützenverein Finsternthal-Hunoldstal wird das Schießen sehr sportlich betrieben.
  • Ein Kleinkaliber Sportschützengewehr von Anschütz im Schützenverein SV Finsternthal-Hunoldstal.
  • Die Jüngeren haben übernommen. Matthias Eid (rechts) führt den Schützenverein seit einigen Jahren. Herbert Wischmann kommt ab und zu vorbei.
  • Ahnengalerie im Vereinsheim des SV Finsternthal-Hunoldsthal
  • Das Vereinsheim wurde 1981 eröffnet.
  • Im Schützenverein Finsternthal-Hunoldstal wird das Schießen sehr sportlich betrieben.
  • Ein Kleinkaliber Sportschützengewehr von Anschütz im Schützenverein SV Finsternthal-Hunoldstal.


Herbert Wischmann kann die gesamte Geschichte des Vereins erzählen. Der Finsternthäler ist 78, die Wurzeln seiner Familie in dem Dorf mit knapp 200 Einwohnern reichen bis ins Jahr 1580 zurück. In den vergangenen 66 Jahren wurde der Verein von vier Vorsitzenden geführt. Einige Jahre war auch Wischmann Vorstand, ein Luftgewehr hat er aber seit Jahren nicht mehr in der Hand gehabt. Trotzdem geht er regelmäßig ins Vereinshaus. „Hier und bei der freiwilligen Feuerwehr treffen sich die Leute unter der Woche“, sagt er.

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18.02.2020
Quelle: F.A.Z.

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