Produktivität gesteigert

Finanzplatz Singapur profitiert von Weltkonjunktur

Von Christoph Hein, Karachi
14.02.2018
, 06:59
Singapur
Singapur hat seine Produktivität endlich wieder spürbar gesteigert. Doch warnt das Handelsministerium vor Protektionismus und Inflation, die zu scharfen Korrekturen an den Finanzmärkten führen könnten.
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Der Finanz- und Handelsplatz Singapur hat im vergangenen Jahr stark von der guten Weltkonjunktur profitiert: Die Wirtschaftsleistung des südostasiatischen Stadtstaates wuchs um 3,6 Prozent. Das Handelsvolumen streifte nach einem Zuwachs von 11,1 Prozent mit nun 967 Milliarden Singapur Dollar (592,73 Milliarden Euro) fast die magische Grenze von einer Billion in der heimischen Währung.

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2016 hatte der Stadtstaat mit seinen rund 5,6 Millionen Einwohner eine Wachstumsrate von 2,4 Prozent ausgewiesen. Der heutige Wert ist der beste seit 2014. Allerdings kämpft Singapur weiter darum, seine Produktivität voranzutreiben, die seit Jahren hinter den Erwartungen zurückblieb. Allerdings legte sie im vergangenen Jahr erstmals seit 2010 wieder um 5,6 Prozent zu, nach nur 1,8 Prozent im Jahr 2016. Auch die rasch zunehmende Überalterung der Bevölkerung bleibt eine Sorge.

Doch trug die herstellende Industrie im vergangenen Jahr mit einer Wachstumsrate von 10,1 Prozent, nach 3,7 Prozent im Vorjahr, stark zum Gesamtergebnis bei. Der in Singapur mit rund zwei Drittel der Gesamtleistung entscheidende Dienstleistungssektor gewann weitere 2,8 Prozent. Die Bautätigkeit allerdings sank im Jahresvergleich um 8,4 Prozent. Die Ausfuhr stieg im Jahresvergleich um 10,3, die Einfuhr um 12,1 Prozent. 2016 hatte das Handelsvolumen Singapurs noch 870 Milliarden Singapur Dollar betragen.

Für dieses Jahr bleiben die Erwartungen weiter konservativ, was im Stadtstaat üblich ist. Das Handelsministerium rechnet mit einem Wachstumskorridor zwischen 1,5 und 3,5 Prozent, wobei die Erwartungen zum oberen Ende der Mitte tendieren. Risiken bestünden im zunehmenden Protektionismus und der steigenden Inflation, die zu „scharfen Korrekturen in den Finanzmärkten“ führen könnten, warnte das Ministerium.

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Quelle: FAZ.NET
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Christoph Hein
Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.
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