Wegen Handel mit Nordkorea

Amerika bestraft chinesische Unternehmen

Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai
22.11.2017
, 06:29
USA bestraft chinesische Unternehmen für Nordkorea-Handel
Die Unternehmen hätten mit dem Nachbarland Geschäfte über „Hunderte Millionen Dollar“ gemacht, behauptet Washington. Der Druck auf das Regime soll das „höchste Level“ erreichen.

Die Vereinigten Staaten haben am Dienstag neben nordkoreanischen Reedern auch eine neue Reihe chinesischer Handelsunternehmen mit Sanktionen belegt, um im Konflikt um Nordkoreas Atomwaffen den Druck auf das Regime in Pjöngjang zu erhöhen.

Die vier betroffenen chinesischen Unternehmen hätten mit Nordkorea Handel im Wert von „Hunderten Millionen Dollar“ betrieben, sagte der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin. Erfasst wird von den Sanktionen auch ein chinesischer Geschäftsmann, der nach Darstellung Washingtons über tiefgehende wirtschaftliche Beziehungen zu Nordkorea verfügt.

Die Sanktionen bestehen hauptsächlich in einem Verbot für die betroffenen Unternehmen, Finanzanlagen in den Vereinigten Staaten zu halten und mit amerikanischen Firmen Geschäfte zu machen. Die chinesischen Firmen sollen den Angaben zufolge seit 2013 Waren im Wert von 650 Millionen Dollar nach Nordkorea exportiert haben, darunter Laptops, Kohle, Eisen und andere Rohstoffe. Der chinesische Geschäftsmann Sun Sidong soll Waren im Wert von 28 Millionen Dollar nach Nordkorea ausgeführt haben.

„Förderer des Terrorismus“

Am Montag hatte der amerikanische Präsident Donald Trump erklärt, Nordkorea nach einem Jahrzehnt wieder als „Förderer des Terrorismus“ zu bezeichnen. „Außer die Welt mit atomarer Zerstörung zu bedrohen, hat Nordkorea wiederholt Akte des internationalen Terrorismus unterstützt, darunter Morde auf ausländischem Territorium”, sagte Trump. Nordkorea war 2008 im Zuge von Verhandlungen um die Atomwaffen von der Regierung George W. Bushs von der Liste der Terrorunterstützer gestrichen worden.

Trump hatte am Montag angekündigt, ab sofort “maximalen Druck” auf Nordkorea mithilfe noch schärferer Sanktionen auszuüben, um das Regime in Pjöngjang im Streit um seine atomaren Drohungen gegen Amerika in die Knie zu zwingen. Bei seinem Staatsbesuch in Peking Anfang November hatte der amerikanische Präsident der Nordkorea-Frage alles untergeordnet und hatte sogar im Handelsstreit mit China versöhnliche Töne angeschlagen, um Pekings Unterstützung zu gewinnen. Es ist jedoch zweifelhaft, ob Chinas Präsident Xi Jinping überhaupt in der Lage ist, großen Druck auf das Nachbarregime auszuüben.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Ankenbrand, Hendrik
Hendrik Ankenbrand
Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.
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