FAZ plus ArtikelAmerika vor der Wahl

Die Erfinder des Populismus

Von Marcus Theurer
Aktualisiert am 03.11.2020
 - 18:44
Farmer in Amerika gründeten vor 130 Jahren eine Protestpartei. Die Bewegung ist längst vergessen – und trotzdem ist ihr Name heute in aller Munde.

Der Populismus wird an einem Maitag des Jahres 1891 geboren. Ort des Geschehens ist der Mittlere Westen der Vereinigten Staaten. Genauer gesagt: die Bahnstrecke zwischen Kansas City und Topeka, der Hauptstadt des Bundesstaates Kansas. Im Zug sitzt eine Gruppe politischer Aktivisten, wütende Kleinbauern, die ihre Interessen von den beiden großen Parteien im Land nicht mehr vertreten sehen.

Das Gespräch dreht sich darum, dass ihrer neuen politischen Bewegung bisher ein zugkräftiger Name fehle. People’s Party (Volkspartei) nennen sie sich. Aber das klingt ihnen zu lahm. Ein neuer Name soll her. Einer der Mitreisenden ist des Lateinischen mächtig – und hat einen Geistesblitz: „Populist Party“, abgeleitet von populus, das Volk, schlägt er vor. Die Mitreisenden stimmen sofort zu. Am 28. Mai 1891 taucht die Bezeichnung „Populisten“ zum ersten Mal auch in den Zeitungen auf.

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Quelle: F.A.S.
Marcus Theurer - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Marcus Theurer
Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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