FAZ plus ArtikelArmut und Reichtum

Kosten und Nutzen einer deutschen Vermögensteuer

Von Clemens Fuest
04.10.2019
, 13:37
Wäre die Wiederbelebung einer Steuer auf Nettovermögen ein Beitrag zu einer gleichmäßigeren Verteilung? Die Befürworter sollten die Fakten zur Kenntnis nehmen, es gibt bessere Instrumente. Die Risiken wären enorm. Ein Gastbeitrag.

In Deutschland mehren sich die Forderungen nach einer Wiederbelebung der Vermögensteuer. Nicht nur die SPD tritt für eine Vermögensteuer ein, auch die Grünen haben sich der Forderung angeschlossen. Gerechtfertigt wird die Forderung mit wachsender Ungleichheit in der Vermögensverteilung, die vor allem durch den Boom der Immobilienpreise verursacht wird. Was ist davon zu halten?

Vielfach wird behauptet, andere Länder besteuerten Vermögen stärker. Deutschland zöge mit der Einführung einer Nettovermögensteuer also nur mit anderen gleich. Das ist falsch. Hier werden verschiedene Steuern gleichgesetzt, die als „vermögensbezogen“ bezeichnet werden, aber sehr unterschiedlich sind: Dazu gehört vor allem die kommunale Grundsteuer.

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Der Autor Clemens Fuest (51) ist Präsident des Münchner Ifo-Instituts. Seine Omnipräsenz in den Medien hat ihm gerade wieder den zweiten Platz im F.A.Z.-Ökonomen-Ranking beschert, hinter dem forschungsstärkeren Schweizer Verhaltensökonomen Ernst Fehr. Fuest ist anders als sein Ifo-Vorgänger Sinn kein Mann scharfer Provokation im Meinungsstreit. Er wird gefragt, weil er im Ruf steht, eine Art neutrale Instanz zu sein, Fakten fair zu wägen. Er billigt dem Gegenüber zu, dass sein Anliegen vielleicht ebenfalls berechtigt ist – und zeigt ihm möglichst marktverträgliche, freiheitsorientierte Wege auf, es zu erreichen.

Quelle: F.A.Z.
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