Medienkonzern Axel Springer

Friede Springer schenkt Döpfner eine Milliarde Euro

24.09.2020
, 14:46
„Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich mit Mathias meinen Nachfolger gefunden habe.“ So äußert sich Springer-Erbin Friede Springer – und schenkt ihm ein riesiges Aktienpaket.

Die Großaktionärin der Axel Springer SE, Friede Springer, schenkt einen großen Teil ihrer Anteile am Medienkonzern („Bild“, „Welt“) dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner und überträgt ihm darüber hinaus die Stimmrechte an ihrem verbleibenden Aktienpaket. Er kauft rund 4,1 Prozent der Aktien der 78-Jährigen für etwa 276 Millionen Euro, zusätzlich wird der 57-Jährige rund 15 Prozent als Schenkung erhalten – so kontrollieren künftig beide dann jeweils rund 22 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte. Döpfner steht seit 2002 an der Spitze des Konzerns, bislang hält er knapp 3 Prozent der Aktienanteile. Friede Springer stattet zugleich die gemeinnützige Friede Springer Stiftung mit weiterem erheblichem Vermögen aus.

Springer ist einer der größten Medienkonzerne Europas. Im vergangenen Jahr ging der Konzern mit Sitz in Berlin und mehr als 16.000 Mitarbeitern eine strategische Partnerschaft mit dem amerikanischen Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) ein. Erklärtes Ziel ist es, im Digitalen schneller zu wachsen. KKR ist Großaktionär, hält aber nicht die Mehrheit. Der Konzern will Marktführer im digitalen Journalismus und bei digitalen Rubrikengeschäften wie zum Beispiel Job- oder Immobilienportalen werden.

„Sehr froh, mit Mathias meinen Nachfolger gefunden zu haben“

Springer zog sich in diesem Jahr nach 35 Jahren von der Börse zurück. Der Umsatz des Konzerns betrug im vergangenen Jahr 3,11 Milliarden Euro, der bereinigte Konzernüberschuss lag bei 263,7 Millionen Euro. Die Marktkapitalisierung betrug zuletzt knapp 6,8 Milliarden Euro. Eine Schenkung von 15 Prozent hätte demnach einen Wert von einer Milliarde Euro. Die gleiche Größenordnung ergibt sich auch durch Dreisatzrechnung aus dem Kauf des 4,1 Prozent-Anteils für etwa 276 Millionen Euro.

Friede Springer betonte in der Mitteilung: „Ich habe immer gesagt, dass ich für Kontinuität im Unternehmen sorgen werde. Die Zukunft des Hauses ist mir ein Leben lang sehr wichtig.“ Sie habe eine ideale Lösung gefunden, um die Zukunft von Axel Springer und die ihrer Stiftungen abzusichern und beide Sphären wie bisher voneinander zu trennen. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich mit Mathias meinen Nachfolger gefunden habe.“

Quelle: schä
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