FAZ plus ArtikelSozialverbände und Flüchtlinge

Integration mit zweierlei Maß

EIN KOMMENTAR Von Dietrich Creutzburg, Berlin
01.09.2020
, 19:48
Sozialverbände betonen, wie gut die Integration von Flüchtlingen gelungen sei. Dann aber beschweren sie sich über Hartz IV, das viele Flüchtlinge beziehen. Das zeigt: Sie benutzen die Flüchtlinge für ihre ideologischen Zwecke.

Zuversicht und positives Denken wirken angenehmer als Schwarzmalen und Nörgelei. Günstigenfalls lassen sich sogar andere Menschen anstecken, was die Wirklichkeit positiv verändern kann. Theoretisch könnte das eine Erklärung dafür sein, warum gerade Sozialverbände nun besonders eifrig betonen, wie gut die Integration von Flüchtlingen gelinge: In den fünf Jahren nach Bundeskanzlerin Merkels „Wir schaffen das“ sei man damit viel besser vorangekommen als gedacht.

Bemerkenswert ist diese Sichtweise aber leider vor allem deshalb, weil dieselben Interessenvertreter die sozialen Verhältnisse sonst nur in düstersten Farben malen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat gerade noch eine Schicht aufgetragen: „Millionen Menschen“ seien „abgekoppelt, ausgegrenzt und werden immer weiter abgehängt“. So fasst er, begleitet vom üblichen politischen Echo, seine jüngste Bestandsaufnahme der Grundsicherung Hartz IV zusammen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Wirtschaftskorrespondent in Berlin.
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