Trotz Corona

Vermögen der Superreichen Chinas ist so stark gewachsen wie nie zuvor

20.10.2020
, 15:43
Im Reich der Mitte gibt es in diesem Jahr allein 257 neue Milliardäre. Insgesamt ist ihr Vermögen um rund 1,5 Billionen Dollar gestiegen - mehr als der gesamte Zuwachs der vergangenen fünf Jahre.

Die Superreichen Chinas mit einem Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar sind in diesem Jahr trotz Corona noch sehr viel reicher geworden als ohnehin schon: Ihr Vermögen wuchs um insgesamt 1,5 Billionen Dollar (rund 1,3 Billionen Euro). Dies sei mehr als die Summe der Zuwächse der vergangenen fünf Jahre, wie es in dem am Dienstag veröffentlichten Hurun Report heißt. Bis August wurden demnach 257 neue Milliardäre registriert. Die Zahl der Superreichen im Reich der Mitte wuchs damit auf 878 Menschen.

Das gleichnamige Verlagshaus gibt den Hurun Report einmal jährlich heraus. Demnach steht auch in diesem Jahr der Gründer des Online-Konzerns Alibaba, Jack Ma, an der Spitze der Liste der Superreichen in China. Laut Hurun wuchs sein Vermögen um 45 Prozent auf 58,8 Milliarden Dollar. Der Online-Handel boomt angesichts der Corona-Krise, nicht nur in China.

Börsengänge als Treiber

Auf dem zweiten Platz der aktuellen Rangliste folgt Pony Ma mit einem Vermögen von 57,4 Milliarden Dollar – er ist der Chef des Internetriesen Tencent. Auf den dritten Rang katapultierte sich mit 53,7 Milliarden Dollar Zhong Shanshan, der Unternehmensgründer des Trinkwasserabfüllers Nongfu nach dem Börsengang. Ihm gehören auch Teile des Impfstoffherstellers Beijing Wantai Biological. Das sorgt gerade in Zeiten von Corona für Kursphantasie. Die Aktie hat seit dem Börsengang im April in Schanghai um fast 2000 Prozent im Kurs zugelegt.

So viel neu entstandenes Vermögen binnen eines Jahres „hat die Welt noch nicht gesehen“, sagt der Chef des Hurun-Berichts mit Bliock Rupert Hoogewerf. Das diesjährige Reichen-Ranking zeige, dass sich China von den traditionellen Branchen wie zum Beispiel Industrie und Immobilien immer mehr wegbewege hin zu neuen Geschäftszweigen.

25 Milliarden Dollar mit geliefertem Essen

Essen bis an die Haustür für Bequeme gibt es schon seit längerem. Doch die Zahl der Essensdienste ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen, wie auch das Interesse der hungrigen Kunden. Corona schafft auch hier noch mehr Nachfrage. In China vervierfachte so der Gründer des Essens-Lieferdienstes Meituan, Wang Xing, sein Vermögen im Jahr 2020 auf 25 Milliarden Dollar. Richard Liu, der die Plattform JD.com für den Onlinehandel gegründet hat, verdoppelte in diesem Jahr sein Geld auf 23,5 Milliarden Dollar.

China hat die Corona-Pandemie nach offizieller Darstellung weitgehend unter Kontrolle. Die Wirtschaft wächst sogar schon wieder kräftig. Die Volksrepublik wird im Jahr 2020 die einzige große Volkswirtschaft sein, die ein Wirtschaftswachstum erzielen kann. Der Internationale Währungsfonds korrigierte in der vergangenen Woche seine Prognose auf 1,9 Prozent nach oben.

Quelle: kpa/AFP
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