FAZ plus ArtikelAnsteckungsgefahr

Wie viel Virus fährt mit im Zug?

Von Kerstin Schwenn
Aktualisiert am 20.11.2020
 - 16:43
Viele leere Plätze: Mit dem öffentlichen Nahverkehr sind weniger Menschen unterwegs. Wie hoch das Risiko einer Ansteckung ist, soll nun gemessen werden.
Viele Menschen haben Angst vor einer Ansteckung im öffentlichen Nahverkehr und meiden Bus und Bahn. Die Bundesregierung hat nun eine Studie in Auftrag gegeben, die das Risiko einer Corona-Infektion messen soll.

Ihren vielen Warnhinweisen schickte Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Wochenbeginn einen weiteren hinterher: Um die Verbreitung des Coronavirus nicht noch zu fördern, sollten die Menschen Bus- und Bahnfahrten vermeiden. Kurze Zeit später wurde ein Rundschreiben des Bundesinnenministeriums bekannt, das Mitarbeitern des Bundes erlaubt, auf dienstlichen Bahnfahrten einen zweiten leeren Platz zu buchen, „um so im Sinne des Infektionsschutzes einen größeren Abstand zu den Mitreisenden zu haben“. Die Aufregung ist groß, schließlich stehen die Ansagen im Widerspruch zu den Beteuerungen der Verkehrsunternehmen, Busse und Bahnen seien keine Corona-Hotspots. Viele Fahrgäste trauen diesen Zusicherungen nicht recht – und steigen nicht mehr ein.

Um Klarheit über die Infektionsgefahr im öffentlichen Verkehr zu schaffen, lässt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Sache nun wissenschaftlich untersuchen. Sein Parlamentarischer Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) sagt: „Wir wollen, dass Fahrgäste und Personal sicher sind. Viele Studien aus dem In- und Ausland haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt. Unser Ziel ist es nun, diese Vielzahl von Erkenntnissen auf einzelne Verkehrsträger herunterzubrechen. Mit den Messungen haben wir eine Forschungsgruppe unter Leitung der Fraunhofer-Gesellschaft gewonnen. Wir werden die Ergebnisse selbstverständlich öffentlich kommunizieren.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schwenn, Kerstin
Kerstin Schwenn
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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