Frankfurter Flughafen

Fraport erwartet nur geringen Aufschwung in 2021

Von Jochen Remmert
18.01.2021
, 08:56
Nur ein Viertel an Fluggästen: Am Frankfurter Flughafen war wegen Corona so wenig los wie seit 1984 nicht mehr. Betreiber Fraport rechnet mit einer nur geringen Verbesserung in 2021 – betont aber die Bedeutung für die medizinische Versorgung.

Die Corona-Pandemie hat am Frankfurter Flughafen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen dramatischen Einbruch der Passagier- und Verkehrszahlen verursacht. Der größte deutsche Flughafen zählte 18,8 Millionen Passagiere, 73,4 Prozent weniger als 2019, das teilte die Fraport AG am Montag mit. Der massive Rückgang setzte Mitte März ein, zwischen April und Juni brach der Flugverkehr wochenweise praktisch ganz ein, Rückgänge von bis zu 98 Prozent im Vorjahresvergleich wurden notiert. Eine leichte Erholung im Sommer ließ Hoffnung aufkommen. Doch von September bedingten wieder steigende Infektionszahlen auch wieder schärfere Reisebeschränkungen im In- und Ausland.

Das führte zu einem abermaligen und bislang anhaltenden Einbruch der Fluggastzahlen. „Das vergangene Jahr hat die gesamte Luftfahrtbranche vor extreme Herausforderungen gestellt. Das Passagieraufkommen in Frankfurt lag auf einem Niveau wie zuletzt 1984. Ein Lichtblick war immerhin das Frachtaufkommen: Trotz der fehlenden Beiladekapazitäten auf Passagiermaschinen haben wir annähernd das Vorjahresniveau erreicht“, kommentierten Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG die dramatische Entwicklung.

Weniger als die Hälfte an Flugbewegungen

Zugleich hob er hervor, dass vor allem während des ersten Lockdowns der Luftverkehr – ungeachtet der desaströsen Zahlen – für die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland mit wichtigen medizinischen Gütern eine herausragende Rolle spielen konnte. Die Zahl der Flugbewegungen schrumpfte im vergangenen Jahr in Frankfurt um 53,3 Prozent auf 212.235 Starts und Landungen. Der Luftfracht-Umschlag lag bei knapp 2,0 Millionen Tonnen, was einen vergleichsweise geringen Schwund von 8,3 Prozent bedeutet. Alleine im Dezember ging das Fluggastaufkommen den Angaben zufolge um 81,7 Prozent auf 891.925 Passagiere zurück. Mit 13.627 Starts und Landungen lagen die Flugbewegungen im letzten Monat des Jahres um 62,8 Prozent unter dem Vorjahresdezember. Die angelaufenen Impfprogramme veranlassen Schulte zu der Hoffnung, dass die Reisebeschränkungen vom Frühjahr an schrittweise abgebaut werden. Für die zweite Jahreshälfte erwartet er eine „deutliche Belebung des Passagierverkehrs“. Ungeachtet dessen werde auch das Jahr 2021 ein schwieriges.

Das Passagieraufkommen von 2020 werde man gewiss übertreffen, führte Schulte weiter aus. Mehr als 35 bis 45 Prozent des bisherigen Höchstwertes von 2019 mit gut 70 Millionen Fluggästen werde man aber kaum erreichen können. Auch an den internationalen Flughäfen im Fraport-Portfolio gab es zum Teil massive Einbrüche. Zeitweise wurde der reguläre Passagierverkehr an einzelnen Flughäfen – etwa Ljubljana, Antalya und Lima – ganz eingestellt. jor.

Quelle: FAZ.NET
Jochen Remmert - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jochen Remmert
Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.
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