Betriebsrat übt keine Kritik

Mercedes beerdigt A- und B-Klasse

Von Gustav Theile, Stuttgart
27.06.2022
, 15:49
Wird bald nicht mehr produziert: Fahrzeuge der A-Klasse von Mercedes stehen an einem Produktionsband in einer Werkshalle in Rastatt.
Es ist ein Schritt mit Symbolwirkung, doch der Mercedes-Betriebsrat hat wenig gegen das Aus für die Einstiegsmodelle. Er fordert nur: „Die Auslastung der deutschen Werke muss garantiert werden.“
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Der Schritt ist symbolträchtig, doch im Mercedes-Konzern sorgt das anstehende Aus von A- und B-Klasse kaum für Unmut. Ergun Lümali, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Mercedes-Benz , teilte am Montag auf Anfrage mit, es sei „essenziell“, dass die neue Luxusausrichtung „nicht zum Nachteil der Beschäftigten umgesetzt wird“. Für ihn sei klar: „Die Auslastung der deutschen Werke muss garantiert werden.“ Kritik an der Modellstrategie übte er nicht.

Er halte die Konzentration auf Modelle, die am Markt begehrte seien, nicht für falsch, sagte Michael Häberle, Betriebsratschef des Stammwerks Untertürkheim am Montag in einem Interview mit den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“. „Die Ansage des Vorstands ist es nicht, auf einen Schlag weniger Produktion zu haben, sondern mit der Luxusstrategie auch weiterhin wachsen zu wollen“, sagte Häberle, auf das Aus von A- und B-Klasse angesprochen.

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„Das überlasse ich Ihrer Phantasie“

Mercedes hatte das Ende für die beiden Modellreihen bis Mitte des Jahrzehnts bereits Mitte Mai angedeutet, als der Konzern eine Fokussierung auf seine Luxusstrategie verkündete. Drei von sieben Modellen des neuen Bereichs „Entry Luxury“ sollten wegfallen. Welche das seien, „überlasse ich Ihrer Phantasie“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius damals.

Seitdem gab es mehrere Berichte, darunter das „Handelsblatt“ am Montag, dass es sich um die A- und B-Klasse handelt. Ein Sprecher wollte die Berichte nicht kommentieren. Auch aus Wettbewerbsgründen rede man über Portfolio-Entscheidungen erst kurz vor Markteinführung. „Was wir in Zukunft haben werden, wird noch besser sein“, sagte er.

Eine Mercedes A-Klasse liegt nach einem mißglückten Elchtest 1997 bei Stockholm auf dem Dach.
Eine Mercedes A-Klasse liegt nach einem mißglückten Elchtest 1997 bei Stockholm auf dem Dach. Bild: picture-alliance / dpa

Er dementierte jedoch einen Bericht des „Handelsblatts“, wonach die Modellreihen unrentabel seien. „Die A- und B- Klassen sind profitabel“, sagte er. Auch wenn es natürlich profitablere gebe.

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Wie teuer wird der günstigste Mercedes?

Generell will Mercedes die Bedeutung des Einstiegsbereichs reduzieren. Der Anteil des Segments am Gesamtabsatz soll im Jahr 2026 ein Viertel niedriger liegen als im Jahr 2019. Vor drei Jahren verkaufte Mercedes noch 680.000 Autos im Einstiegssegment, vergangenes Jahr waren es nur noch 570.000. Es gibt keine Pläne, den Absatz hier wieder anzuheben.

Der Konzern will stattdessen vor allem im teuersten Segment wachsen. Modellen wie die S-Klasse, der elektrischen S-Klasse EQS oder die Marke Maybach sollen im Jahr 2026 gut 17 statt 11 Prozent des Gesamtabsatzes ausmachen, ein Anstieg um drei Fünftel. Der Gesamtabsatz soll insgesamt jedes Jahr um 5 Prozent wachsen.

All das führt dazu, dass das günstigste Mercedes-Auto immer teurer wird. Der durchschnittliche Verkaufspreis soll im Einstiegssegment um ein Fünftel steigen. Noch ist der günstigste Mercedes für unter 30.000 Euro zu haben.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Theile, Gustav
Gustav Theile
Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.
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