FAZ plus ArtikelProduktion stottert

Chipmangel bremst Autobranche

Von Stephan Finsterbusch und Martin Gropp
16.01.2021
, 12:09
Weil Halbleiter fehlen, kündigt mancher Hersteller sogar Kurzarbeit an. Die Branche sucht derweil nach Lösungen und ist dafür auch mit der Bundesregierung im Gespräch.

Kein modernes Auto ist heute ohne Computerchips unterwegs. Von der Fernsteuerung für die Türverriegelung über den Regensensor in der Frontscheibe bis zu Getriebe-, Lenk- oder Bremssystemen – in Dutzenden Steuergeräten von Fahrzeugen ist Halbleitertechnik verbaut. Je nach Auto stecken bis zu 100 dieser Steuergeräte unter der Motorhaube oder irgendwo im Fahrzeuginnern. Was der herkömmliche Fahrer zwar selbstverständlich nutzt, aber so gut wie nie zu Gesicht bekommt, bereitet der Autobranche momentan große Schwierigkeiten. Derzeit herrscht ein Mangel an Chips.

Der Autohersteller Audi hat wegen der ausbleibenden Lieferungen am Donnerstag Kurzarbeit für 10000 Mitarbeiter angemeldet. Von nächster Woche bis Ende Januar werde die Fertigung in den Werken Neckarsulm und Ingolstadt teilweise gestoppt. Volkswagen lässt wegen der Chipknappheit ebenfalls von nächster Woche an 9000 Mitarbeiter kurzarbeiten, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Auch die Daimler-Marke Mercedes-Benz hat schon eingestanden, unter dem Mangel zu leiden. Der Zulieferer Hella bekannte am Donnerstag ebenfalls, dass seine Produktion wegen der fehlenden Zulieferung aus der Halbleiterbranche immer wieder stottere. „Wir sehen da schon erhebliche Auswirkungen“, sagte der Chef des Licht- und Elektronikspezialisten, Rolf Breidenbach, zur Vorlage der Zahlen für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2020/21 am Donnerstag. „Teilweise mussten wir unsere Linien anhalten.“

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Stephan Finsterbusch  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
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