Billigflieger

Ryanair-Chef findet Fliegen „zu billig“

Von Philip Plickert, London
03.07.2022
, 14:01
Ryanair-Maschine am Flughafen Köln/Bonn
Laut Michael O’Leary dürften die Preise für Ryanair-Flüge um bis zu 50 Prozent steigen. Als Gründe führt er höhere Kerosinkosten und strengere Umweltauflagen an.
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Der Vorstandschef der Billigfluglinie Ryanair, Michael O’Leary, hat „zu billige“ Flugtickets beklagt. Aufgrund steigender Kosten prognostiziert er für seine Fluglinie um 25 bis 50 Prozent steigende Preise. Es finde es „absurd“, dass der Ryanair-Flug nach Stansted, etwa sechzig Kilometer nördlich vom Stadtzentrum von London, weniger koste als die Zugfahrt ins Londoner Zentrum, sagte O’Leary in einem Gespräch mit der „Financial Times“.

Für die Zukunft sieht er deutliche Preisanstiege wegen höherer Treibstoffkosten und Umweltabgaben. Das durchschnittliche Ticket der irischen Billigfluglinie, das er mit 40 Euro bezifferte, werde mittelfristig 50 oder 60 Euro kosten. Das sei immer noch sehr günstig. Die bisherigen Ticketpreise seien nicht nachhaltig. Die Fluglinien würden damit keinen Gewinn mehr machen, sagte O’Leary, der die irische Airline als Pionier für Billigflüge mit minimalen Kosten seit den 1990er Jahren groß gemacht hat.

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Personalmangel teils auch durch Brexit

Aktuell hat die Ryanair ihren Kerosinbedarf für dieses Jahr noch durch einen „Hedge“, also Termingeschäfte, vom hohen Ölpreis teils geschützt. O’Learys Fluglinie hat sich bei einem Ölpreis von 65 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) abgesichert. Nach Russlands Invasion in der Ukraine ist der Ölpreis extrem gestiegen und liegt aktuell bei 111 Dollar je Barrel der Nordseesorte Brent. Nächstes Jahr wird auch Ryanair diese hohen Preise mit voller Wucht zu spüren bekommen.

O’Leary verweist auch auf die steigenden Kosten durch Emissionszertifikate. Der Flugverkehr in Europa wird seit einiger Zeit durch den Emissionsrechtehandel mit abgedeckt. Airlines müssen je Tonne CO2-Ausstoß in der EU und in Großbritannien einen Preis zahlen. O’Leary forderte, diese Emissionszahlungen auch für Langstreckenflüge außerhalb der EU einzuführen, was EU-Umweltminister erst vor Kurzem noch verworfen hatten. O’Leary nannte dies „offenkundig unfair“ und eine Wettbewerbsverzerrung.

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Für den Personalmangel vieler britischer Fluglinien und Flughäfen macht er teils auch den Brexit verantwortlich. Anders als viele andere Airlines konnte Ryanair bislang Flugstornierungen wegen Personalengpässen weitgehend vermeiden. British Airways, Easyjet, Lufthansa und andere mussten Tausende Flüge absagen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Plickert, Philip
Philip Plickert
Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.
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