Benzin und Diesel

Sprit in den meisten deutschen Nachbarländern teurer

27.06.2022
, 09:58
Die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe soll Autofahrer entlasten.
Autofahrer ächzen unter den hohen Preisen für Benzin und Diesel. Billiger kann man allerdings auch in vielen Nachbarländern nicht tanken, zeigt eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes.
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Benzin und Diesel waren an deutschen Tankstellen zuletzt günstiger oder ähnlich teuer wie in den meisten direkten EU-Nachbarstaaten. Autofahrer in Deutschland zahlten am 20. Juni im Tagesdurchschnitt 1,97 Euro für einen Liter Super E5 sowie 2,06 Euro je Liter Diesel, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit.

Im Vergleich mit Deutschlands direkten Nachbarn war Superbenzin der Sorte E5 (beziehungsweise Eurosuper 95) an diesem Tag nur in Polen (1,70 Euro), Tschechien (1,93 Euro) und Luxemburg (1,94 Euro) niedriger. Auch Diesel war in Polen (1,69 Euro), Tschechien (1,93 Euro) und Luxemburg (2,00 Euro) billiger als in Deutschland. In Dänemark kostete ein Liter Benzin hingegen zuletzt 2,44 Euro, in den Niederlanden 2,36 Euro, in Frankreich 2,13 Euro.

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Grund für die zuletzt verhältnismäßig moderaten Sprit-Preise in Deutschland dürfte die vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe zum 1. Juni sein, erklärten die Statistiker. Noch am 30. Mai war Superbenzin in den EU-Nachbarstaaten nur in Dänemark und den Niederlanden teurer als in Deutschland, Diesel nur in Dänemark, so die Behörde. Bei der Steuersenkung auf Kraftstoffe geht es inklusive Mehrwertsteuer um 35,2 Cent bei Superbenzin und 16,7 Cent bei Diesel. Nicht alles davon kam aber bei den Verbrauchern an.

Die Preise für Benzin an Tankstellen waren im Juni niedriger als vor Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe, so die Statistiker: Am 31. Mai hatte E5 noch 2,21 Euro pro Liter gekostet. Diesel war dagegen etwas teurer als am 31. Mai. Damals kostete ein Liter 2,04 Euro. Die Statistiker stützen sich bei den Angaben auf Zahlen der Europäischen Kommission und der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt.

Lindner gegen Fortsetzung von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket

Derweil hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) nach den ersten Wochen des Tankrabatts eine positive Bilanz gezogen. Zugleich dämpfte er Erwartungen, dass es für Tankrabatt und 9-Euro-Ticket im September Anschlussregeln geben könnte. „Wir können nicht auf Dauer gestiegene Preise für das importierte Öl, die Entwicklung des Dollar und die Knappheiten bei Raffinerien mit Staatsgeld ausgleichen“, sagte Lindner der Nachrichtenagentur dpa.

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Zuletzt gab es eine Debatte um die Frage, ob der Mineralölhandel die befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe entsprechend an den Endkunden weitergibt. „Das Preisniveau an der Zapfsäule ist in den letzten Wochen deutlich gesunken. Die Entwicklung ist besser als im Ausland. Für Pendlerinnen und Autofahrer ist die Entlastung spürbar“, sagte der FDP-Chef dazu.

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Die befristete Steuersenkung leiste zudem einen Beitrag, dass der Staat kein Inflationsgewinner werde. „Auf Sprit erheben wir Energie- und Mehrwertsteuer. Angesichts des gestiegenen Weltmarktpreises würden die Einnahmen des Staates in diesem Jahr steigen. Deshalb haben wir drei Monate die Energiesteuer gesenkt, um an die Autozahler etwas von dem zurückzugeben, was sie sonst mehr an den Staat zahlen würden“, sagte Lindner. Autofahrer dürften nicht unverhältnismäßig belastet werden.

Ablehnend äußerte er sich zu Forderungen, dass es für Tankrabatt und 9-Euro-Ticket im September Anschlussregeln geben sollte. Mit dem 9-Euro-Ticket sei auch die wichtige Wirkung des Preissignals aufgehoben worden. „Schritte in Richtung des kostenfreien ÖPNV sind kritisch, weil Knappheiten dann nicht über den Preis gesteuert werden können.“ Es bestünde die Gefahr, dass ohne Preise Kapazitäten unnötig und übermäßig genutzt würden. Der FDP-Politiker setzt als staatliche Entlastungsmaßnahme im kommenden Jahr auf höhere Leistungen für Grundsicherungsempfänger sowie eine Anpassung der Lohn- und Einkommensteuer an die Inflation.

Quelle: dpa/bee.
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