Mehr Gewinn als erwartet

Wie die Krise Daimler hilft

EIN KOMMENTAR Von Susanne Preuß, Stuttgart
Aktualisiert am 16.10.2020
 - 14:41
Am Mercedes Benz-Werk in Untertürkheim: Der Autohersteller Daimler hat sich im dritten Quartal besser geschlagen als erwartet.
Der Daimler-Konzern hat im dritten Quartal mehr Gewinn erwirtschaftet als im vorigen Jahr. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass die Pandemie auch die Ausgaben gehörig schrumpfen lässt. Doch es kann schnell wieder alles anders kommen.

Daimler hat im dritten Quartal mehr Gewinn erwirtschaftet als im vorigen Jahr, und in allen Sparten läuft es viel besser, als die Analysten prognostiziert hatten. Tatsächlich sind wohl die Zahlenmodelle der Finanzwelt viel zu statisch, um unsichere Zeiten abbilden zu können. Denn zumindest ein Teil der positiven Effekte ist darauf zurückzuführen, dass so eine Krise nicht einfach nur zum Umsatzminus führt, sondern auch die Ausgaben gehörig schrumpfen lässt.

Seit Monaten gibt es keine Geschäftsreisen mehr und keine Events, was gehörig Hotel- und Flugkosten spart. Außerdem stehen die Büros nahezu komplett leer, was auch heißt: kein Strom, kein Putzdienst, keine Kantine. Das sind keine Peanuts, und es müssen auch keine Einmaleffekte sein, soweit digitale Lösungen nicht nur als Notnagel genutzt, sondern als Zukunftskonzept verstanden werden.

Weil auch die Kundschaft glimpflicher durch die Krise gekommen ist, werden Leasingraten pünktlich bezahlt und mancher Geschäftskunde hat genug Zuversicht, um einen Lastwagen zu kaufen. Allerdings ist die Pandemie nicht vorbei, es kann auch für Daimler sehr schnell wieder alles anders kommen. Vor allem, wenn Corona in China wieder ein Thema werden sollte, wird es düster – denn das ist der größte und lukrativste Markt für Mercedes.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Preuss, Susanne
Susanne Preuß
Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.
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