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Autobranche im Spagat

EIN KOMMENTAR Von Martin Gropp
10.06.2021
, 09:29
Die Vernetzung und Automatisierung von Fahrzeugen kann die Branche nur mit Hilfe schaffen. Sie muss dabei mit jenen kooperieren, die auf das Geschäft mit Daten schielen.

Vor wenigen Jahren wuchs unter Telekommunikationsunternehmen die Angst vor dem Abstieg. Weil immer mehr Konsumenten die oft werbefinanzierten Dienste von Technikkonzernen wie Facebook, Google, Apple, Spotify oder Netflix nutzten, fürchteten Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom, zu „dummen Röhren“ zu werden. Sie würden Kundendaten zwar weitertransportieren und damit auch einen gewissen Umsatz und Gewinn erwirtschaften. Den potentiell viel größeren Ertrag aus dem direkten Geschäft mit den Daten würden aber andere ziehen.

Die Autobranche hegt momentan eine ähnliche Furcht. Unter Herstellern geht die Sorge um, in naher Zukunft „dumme Räder“ zu produzieren. In diesem Szenario würden die Fahrzeuge zwar weiter Menschen transportieren – aber eher in austauschbaren Wagen für die Masse, die womöglich hoch- bis vollautomatisiert unterwegs ist. Das wahre und potentiell unerschöpfliche Geschäft würden derweil jene Unternehmen machen, die die Fahrgäste in Robotaxi-Flotten locken und sie während der Fahrt mit Musik, Videos oder Serien digital unterhalten, in der Unterwegs-Arbeit per Software unterstützen oder ihnen online Waren sowie Dienstleistungen verkaufen.

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Quelle: F.A.Z.
Martin Gropp - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Martin Gropp
Redakteur in der Wirtschaft.
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