F.A.Z. exklusiv

VW ruft 56.000 Golf VIII in die Werkstatt

Von Holger Appel
12.01.2021
, 11:19
Immer wieder fällt der Bildschirm für Radio und Navigation aus. Jetzt sollen ein neues Steuergerät und ein Softwareupdate helfen.

Der Automobilhersteller Volkswagen trägt sich mit dem Gedanken, alle ausgelieferten Modelle des Golf VIII in die Werkstatt zu rufen. Das ist nach Informationen der F.A.Z. aus Unternehmenskreisen zu hören. Die jüngste Variante des Bestsellers hat mit erheblichen Problemen in der Softwaresteuerung für das Infotainmentsystem zu kämpfen. Immer wieder kommt es zu Totalausfällen der Navigation oder anderer Anzeigen auf dem Bildschirm in der Mitte des Cockpits.

Die Servicemaßnahme umfasst nach Angaben von VW vom Dienstag 56.000 Fahrzeuge, 26.000 davon in Deutschland und 30.000 im übrigen Europa. Seit der Kalenderwoche 30/2020 würden Neuwagen mit geänderter Software ausgeliefert, sie seien nicht betroffen.

Zuletzt hatte die F.A.Z. in einem Fahrbericht über den Golf GTE von einem Ausfall des Systems berichtet. Das Infotainment erholt sich erst nach Stunden des Wartens, sofern das Fahrzeug abgestellt und die Zündung ausgeschaltet wird. Volkswagen hat ein Steuergerät ausgemacht, das für den offenbar massenhaft auftretenden Fehler verantwortlich sein soll. Es soll nun getauscht werden, zudem soll ein Softwareupdate aufgespielt werden.

Die Arbeitszeit wird intern mit rund 5 Stunden veranschlagt. Den Kunden soll für die Zeit des Werkstattaufenthalts ein Ersatzwagen angeboten werden. Darüber hinaus will VW mit Gutscheinen für eine Inspektion oder eine andere kleinere Leistung für die Annahmen des Serviceangebots werben. Denn die Maßnahme ist kein offizieller, durch das Kraftfahrtbundesamt verordneter Rückruf, sondern eine freiwillige Maßnahme von Volkswagen. Was im Rahmen der Reparatur dem Vernehmen nach nicht geändert wird oder werden kann, ist der missliche Umstand, dass die berührungsempfindliche Leiste zur Verstellung der Radiolautstärke und der Klimaanlage nachts unbeleuchtet und damit faktisch unbedienbar ist.

Der nachträgliche Einbau einer Beleuchtung erscheint offenbar technisch unmöglich oder zu teuer. Die Kunden sollen in den nächsten Tagen von der Maßnahme per Brief in Kenntnis gesetzt werden. Wie viel Geld Volkswagen dafür aufwenden muss, war zunächst nicht zu erfahren.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Appel, Frank-Holger (hap.)
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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