Versuch und Irrtum

Wie der Verkehr um die Salzbachtalbrücke besser fließen soll

Von Oliver Bock
27.07.2021
, 09:09
Wiesbaden: Autos stauen sich im Berufsverkehr nach der Sperrung der Salzbachtalbrücke auf der A66.
Die Stadt Wiesbaden unternimmt weitere Schritte gegen den Verkehrsinfarkt, den die Sperrung der Salzbachtalbrücke ausgelöst hat. Eine temporäre Busspur hat sich derweil als schlechte Lösung entpuppt.

Nicht jede Aktion zur Abmilderung der gravierenden Folgen der Sperrung der Salzbachtalbrücke ist von Erfolg gekrönt. Bisweilen geht es auch um Versuch und Irrtum. Im Bestreben, den Notbusverkehr zwischen den Bahnhöfen in Wiesbaden möglichst reibungslos laufen zu lassen, hatte die Stadt am Amöneburger Kreisel eine temporäre Busspur ausgewiesen. Doch damit war eine Engstelle entstanden, die lange Staus und hämische bis erboste Kommentare in den sozialen Netzwerken zur Folge hatte. Nun wurde sie wieder aufgegeben.

„Vordringlichste Aufgabe ist es, den Verkehrsfluss auf dem zweiten Ring zu verbessern und die Erreichbarkeit der Bahnhöfe Wiesbaden Ost und Biebrich sicherzustellen“, sagte Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Die Grünen) bei der Vorstellung des jüngsten Maßnahmenpakets aus dem Tiefbau- und Vermessungsamt sowie dem Straßenverkehrsamt. Dazu gehört der durchgehende zweistreifige Ausbau des Theodor-Heuss-Rings im Abschnitt zwischen Mainzer Straße und Biebricher Allee. Zu diesem Zweck wird für die Zeit des Verkehrsnotstandes der Parkstreifen auf der Ostseite der Straße aufgegeben. Der Fahrbahnteiler an der Breitenbachstraße ist schon durch eine provisorische Fußgängerampel ersetzt worden.

Neue temporäre Busspur

Auf dem Konrad-Adenauer-Ring wird zur Verbesserung der Situation für die Linksabbieger in Richtung Schiersteiner Brücke die Abbiegespur verlängert. Um den Platz dafür zu gewinnen, wird die Linksabbiegespur in die Klopstockstraße aufgehoben. Das soll gleichzeitig das Wohngebiet Dichterviertel von Durchgangsverkehr entlasten. Die Bewohner des Dichterviertels können aber weiterhin über die Wielandstraße oder die Wolfram-von-Eschenbach-Straße in das Quartier gelangen.

Um die Erreichbarkeit des Bahnhofs Biebrich zu verbessern, erhält die Biebricher Allee im südlichen Abschnitt eine temporäre Busspur. Als vorbereitende Maßnahme wird zunächst zwischen Tannhäuserstraße und Weihergasse in Fahrtrichtung Biebrich ein Halteverbot eingerichtet. Die Neuaufteilung der Fahrspuren soll ab dem 27. Juli greifen. Vorgesehen ist, die rechte der beiden Geradeausspuren Richtung Biebrich in eine Busspur umzuwandeln sowie die Linksabbiegespur in die Kasteler Straße zu verlängern. Die Expressbuslinie 47 fährt von der Innenstadt den Bahnhof Biebrich jetzt direkt an. Mit den Linien 4 und 14 ist dieser Bahnhof ab der Bushaltestelle Herzogsplatz fußläufig erreichbar. In Absprache mit der Bahn soll der Biebricher Bahnhof absehbar besser beschildert werden, sollen die Zugänge ertüchtigt und die Reinigungsintervalle erhöht werden. Neben zusätzlichen Fahrradabstellplätzen wird es einen temporären Taxistand geben. Ganz ähnlich soll am Bahnhof Wiesbaden Ost verfahren werden.

Quelle: F.A.Z.
Oliver Bock - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Oliver Bock
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.
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