Trotz Volksentscheid

Schwedischer Konzern kauft 14.000 Wohnungen in Berlin

27.09.2021
, 10:59
Ein Transparent an der Fassade eines Hauses in Berlin-Neukölln
Unbeeindruckt vom Volksentscheid zur Enteignung großer Wohnungskonzerne in Berlin hat der schwedische Immobilienkonzern Heimstaden rund 14.000 Wohnungen in der Hauptstadt gekauft.
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Auf dem Berliner Wohnungsmarkt gibt es eine weitere Großtransaktion. Die Heimstaden-Gruppe übernimmt 14.000 Wohnungen vom Immobilienunternehmen Akelius, wie beide Seiten am Sonntagabend mitteilten. Weitere 3600 Wohnungen kauft Heimstaden Akelius in Hamburg ab. Heimstaden steigt damit zu den größeren privaten Vermietern in der Hauptstadt auf. Bislang besaß das Unternehmen gut 5000 Wohnungen in Berlin. Die konkrete Übernahme der Wohnungen sei Ende dieses Jahres geplant, dabei fließe die volle Grunderwerbsteuer. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

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Der angespannte Berliner Wohnungsmarkt ist umkämpft. Erst Mitte September hatte das Land Berlin angekündigt, den Konzernen Vonovia und Deutsche Wohnen 14.750 Wohnungen für knapp 2,5 Milliarden Euro abzukaufen. Vonovia will die Deutsche Wohnen als größten privaten Vermieter in der Hauptstadt übernehmen. Am Montag teilten die Bochumer mit, dass sie mehr als 50 Prozent des Aktienkapitals der Deutsche Wohnen kontrollieren. Eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner sprach sich am Sonntag in einem Volksentscheid dafür aus, Unternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen gegen Entschädigung zu enteignen.

Heimstaden ist vor allem in Schweden, Dänemark und den Niederlanden aktiv. In Deutschland besitzt das Unternehmen 7300 Wohnungen. „Der hohen Verantwortung, die dieser Wachstumsschritt mit sich bringt, sind wir uns bewusst“, sagte Deutschland-Chefin Caroline Oelmann. Sie kündigte einen „mieterfreundlichen“ Bau neuer Wohnungen auf den Akelius-Flächen an.

„Enteignungen lösen nicht die vielfältigen Herausforderungen auf dem Berliner Wohnungsmarkt“, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch am Montag. Die Politik könne auch nach dem Entscheid konstruktivere Lösungen erarbeiten, die die Sorgen vieler Menschen aufgriffen, sich ihre Wohnung nicht mehr leisten zu können.

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„In der neuen Legislaturperiode brauchen wir deutlich mehr Miteinander statt Konfrontation“, forderte Buch. Als nächsten Schritt würden die beiden Unternehmen ihre Mieten in Berlin freiwillig für die kommenden fünf Jahre begrenzen. Darüber hinaus seien sie bereit, 13.000 Wohnungen in Berlin zu bauen.

Quelle: dpa
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