FAZ plus ArtikelBiohof macht’s vor

Tierwohl und Profit lässt sich verbinden

Von Theresa Weiß
Aktualisiert am 13.02.2020
 - 11:27
Jede Kuh hat einen Namen: Oswald Henkel und sein Sohn Josef im Stall auf ihrem Hof in der Rhön.zur Bildergalerie
Viele Bauern sind unzufrieden: schlechtes Image, zu niedrige Preise. Bei Oswald Henkel läuft das anders. Er lässt sich keine Preise diktieren, seine Kühe haben Hörner und die Schweine stehen auf Stroh. Wie macht er das?

Grazia ist eine ganz Besondere. Als Jungtier hat die hellbraune Kuh sich die Hüfte gebrochen. Eigentlich bedeutet das: Wurst. Eine Milchkuh, die nicht gemolken werden kann, aber Futter verbraucht, rechnet sich nicht. Aber Grazia steht im Stall von Oswald Henkel und drängelt sich vor, um an frisches Heu zu kommen. Sie ist heute acht Jahre alt und gibt Milch wie die anderen 50 Kühe auf dem Hof, der knapp 25 Kilometer von Fulda entfernt liegt. Henkel und seine Familie haben sich damals entschieden, das Tier wieder aufzupäppeln. In ihren Augen hat es sich gelohnt.

Bei den Henkels läuft vieles anders als auf konventionellen Milchhöfen. Kuh Anke zum Beispiel – weißer Wirbelpony und brauner Fleck ums rechte Auge – wird bald 18 Jahre alt, und sie gibt noch immer Milch. Das ist eine ziemliche Leistung. Vor allem, wenn man Anke mit der durchschnittlichen deutschen Milchkuh vergleicht: Die lebt viereinhalb Jahre lang. Auch hat Anke lange gebogene Hörner. Henkel stutzt sie bei keiner seiner Kühe, auch nicht bei den männlichen Kälbchen, die als Ochsen oder Bullen mit auf dem Hof aufwachsen, bis sie geschlachtet werden. Das geht, weil die Tiere genug Platz haben, um sich aus dem Weg zu gehen.

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Quelle: F.A.Z. Woche
Autorenporträt / Weiß, Theresa
Theresa Weiß
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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