Erstes Vakzin genehmigt

Biontech-Impfstoff wird in Großbritannien zugelassen

Von Ilka Kopplin, Frankfurt
02.12.2020
, 08:19
Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein Partner Pfizer haben in Großbritannien eine temporäre Notfallzulassung für ihr Corona-Vakzin erhalten. Die ersten Lieferungen sollen innerhalb weniger Tage vor Ort eintreffen, dann kann geimpft werden.

Biontech und Partner Pfizer haben eine temporäre Notfallzulassung für ihren Impfstoff BNT162b2 von der zuständigen britischen Behörde Medicines & Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) erhalten, teilten die Unternehmen am Mittwochmorgen mit. Es ist global die erste Genehmigung eines in einer großen klinischen Studie getesteten Impfstoffs. Die ersten Lieferungen sollen innerhalb weniger Tage vor Ort eintreffen.

„Mit dem Start des Impfprogramms im Vereinigten Königreich werden wir hoffentlich eine Verringerung der Zahl der Menschen in der Hochrisikobevölkerung sehen, die im Krankenhaus stationär behandelt werden müssen. Unser Ziel ist es, einen sicheren und wirksamen Impfstoff nach seiner Zulassung zu den Menschen zu bringen, die ihn benötigen“, sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin.

Die Unternehmen erwarten in den nächsten „Tagen und Wochen“ weitere Entscheidungen zu Zulassungsanträgen. In Amerika wollen sich Vertreter der Arzneimittelbehörde FDA wohl am 10. Dezember beraten, in Europa will die Behörde EMA bis zum 29. Dezember den Antrag prüfen und über eine Zulassungsgenehmigung entscheiden.

Biontech und Pfizer wollen in diesem Jahr noch 50 Millionen Dosen und 2021 bis zu 1,3 Milliarden Dosen bereitstellen. Die Europäische Kommission hat sich bis zu 300 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs gesichert. Zudem hat Deutschland in einem nationalen Kontrakt 30 Millionen Dosen der Mainzer geordert. Großbritannien hat 40 Millionen Dosen bestellt, deren Lieferung schrittweise noch in diesem und im nächsten Jahr erfolgen wird. Auch viele andere Nationen haben solche Verträge mit den verschiedenen Herstellern abgeschlossen.

In einer großen klinischen Studie mit insgesamt rund 44.000 Probanden wurde eine Wirksamkeitsrate von 95 Prozent erzielt. Dabei sollen keine ernsthaften Sicherheitsbedenken festgestellt worden sein. Das Vakzin basiert auf der mRNA-Technologie, die die Botenstoffe nutzt, welche den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Virusproteinen vermitteln sollen, gegen die sich dann wiederum ein Immunschutz aufbauen soll.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Kopplin, Ilka
Ilka Kopplin
Redakteurin in der Wirtschaft.
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