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IWH-Studie

Brexit könnte 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährden

 - 11:51
In Deutschland wäre von einem ungeregelten Brexit nach Ansicht der Wissenschaftler vor allem die Autoindustrie betroffen, besonders am VW-Standort Wolfsburg (Foto).

In Deutschland sind einer Studie zufolge die Arbeitsplätze von mehr als 100.000 Menschen durch einen Brexit ohne Abkommen bedroht. Über die Untersuchung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berichtet die „Welt am Sonntag“. „In keinem anderen Staat ist der Effekt auf die Gesamtbeschäftigung so groß wie in Deutschland“, sagt einer der Studienautoren, Oliver Holtemöller, der Zeitung.

Nach einem ungeregelten Brexit würden wieder Zölle auf Importe nach Großbritannien erhoben. Die Simulation der Wissenschaftler erfasse nur Effekte, die auf den daraus folgenden Exporteinbruch zurückzuführen seien. Weitere Brexit-Gefahren für den Arbeitsmarkt, etwa sinkende Investitionsbereitschaft, bildeten die Zahlen nicht ab.

In Deutschland sei von dem Exportrückgang vor allem die Autoindustrie betroffen. So seien viele Stellen am VW-Standort Wolfsburg und am BMW-Standort Dingolfing-Landau in Niederbayern bedroht. Viele Arbeitnehmer müssten auch im schwäbischen Landkreis Böblingen um ihre Arbeitsplätze fürchten, wo etwa Technologiekonzerne wie IBM oder Siemens und Betriebe der Autoindustrie sitzen. Ähnlich sei die Situation im Märkischen Kreis im südlichen Westfalen, wo viele mittelständische Unternehmen mit Auslandsgeschäft sitzen.

Die Zahlen sind Ergebnisse einer Simulationsrechnung: Für die Untersuchung sind die Autoren davon ausgegangen, dass die Importe Großbritanniens nach einem ungeordneten Brexit um 25 Prozent einbrechen. Die Wissenschaftler geben an, dass dieser Wert den gängigen wissenschaftlichen Schätzungen entspreche. Allerdings kann wohl niemand besonders zuverlässig vorhersagen, wie stark sich ein ungeregelter Brexit tatsächlich auswirken würde. Das liegt schon daran, dass Regierungen in der EU ihre Zollverwaltungen beispielsweise anweisen könnten, Waren aus Großbritannien für eine Übergangszeit nur sehr selten zu überprüfen. Auch zahllose andere Ausnahme- und Übergangsregeln sind in der Praxis selbst im Fall eines ungeregelten Brexits denkbar.

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Quelle: dpa/schä.
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