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Bundesregierung

Eine Milliarde Euro für externe Berater

Von Tillmann Neuscheler
 - 16:05
Das Bundesfinanzministerium in Berlin

Die Bundesregierung hat seit 2006 mindestens 1,2 Milliarden Euro für externe Berater ausgegeben. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn hervor.

Demnach haben haben die 14 Bundesministerien und das Bundeskanzleramt insgesamt mehr als 6000 Verträge mit Beratern zwischen Januar 2006 und Dezember 2018 abgeschlossen. Die höchsten Berater-Ausgaben in diesem Zeitraum meldet das Finanzministerium selbst mit rund 258 Millionen Euro, gefolgt vom Innenministerium (208 Millionen Euro), dem Verkehrsministerium (166 Millionen Euro) und dem Ministerium für Arbeit und Soziales (142 Millionen Euro). Am unteren Ende der Rangliste stehen das Kanzleramt mit 4 Millionen Euro Beraterausgaben und das Gesundheitsministerium mit 6 Millionen Euro.

In der Antwort der Bundesregierung wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Zahlen aus den Ministerien unvollständig und daher auch nicht vergleichbar seien, denn nach den geltenden Vorschriften müssen die Unterlagen nur fünf Jahre aufbewahrt werden. Für die weiter zurückliegenden Jahre seien die Unterlagen lückhaft. Zudem würden die verschiedenen Ministerien den Begriff „Beratungs- und Unterstützungsleistungen“ unterschiedlich definieren.

Laut dem Linken-Politiker Höhn dürften die Ausgaben für externe Berater tatsächlich noch weit höher sein. Die oben genannte Summe sei „nur die Spitze des Eisbergs“. Die Bundesregierung versuche „mit allen Mitteln und Tricks“ die wahren Kosten für externe Berater zu verschleiern.

Laut dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater machen Beratungsunternehmen im öffentlichen Sektor rund 3 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Die externen Berater im öffentlichen Sektor arbeiten freilich nicht nur für die Bundesministerien, sondern oft auch für Länder, Gemeinden und Stadtwerke. Nach einer Analyse des Verbandes greifen andere Staaten häufiger auf die Hilfe externer Berater zurück. Während in Deutschland die Berater nur rund 9 Prozent ihres Umsatzes im öffentlichen Sektor erwirtschaften, sind es in Spanien rund 15 Prozent, in Großbritannien 25 Prozent und in Amerika sogar 30 Prozent.

Höhn sieht derweil vor allem die Beraterverträge der Bundeswehr kritisch: „Das Verteidigungsministerium liefert fragwürdige Angaben in Höhe von 7 Millionen Euro für 2018“, sagt Höhn, dabei habe das Ministerium anderweitig schon im Dezember bestätigt, aktuelle Berater-Verträge in Höhe von 207 Millionen Euro laufen zu haben. Unter der Ursula von der Leyen seien schon im Arbeitsministerium die Beraterausgaben extrem angestiegen: „Wo Ursula von der Leyen die Tür öffnet, kommt die Berater-Armee gleich mit“, wettert Höhn. Demnächst wird ein Untersuchungsausschuss die Verträge im Verteidigungsministerium genauer unter die Lupe nehmen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Neuscheler, Tillmann Jörg
Tillmann Neuscheler
Redakteur in der Wirtschaft.
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