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F.A.Z. exklusiv

Bundesregierung wirbt für Urlaub in der Türkei

Von Andreas Mihm, Berlin
 - 19:30
Urlauber am Strand von Bodrum in der Türkei

Die Finanz- und Wirtschaftskrise in der Türkei sollte deutsche Reisende nicht von einem Urlaub in dem Land abhalten. Das hat der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), der F.A.Z. gesagt. „Es gibt für mich keinen Grund, nicht in die Türkei zu reisen und dort Urlaub zu machen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Er selbst habe gerade dort erst seine Ferien verbracht. Tourismus baue persönliche Brücken zwischen Ländern. „Das brauchen wir derzeit mehr denn je.“

Die Währung der von Präsident Recep Tayyip Erdogan autokratisch regierten Türkei, die Lira, hatte zuletzt im Streit um die von Amerika verlangte Freilassung eines amerikanischen Staatsbürgers und damit verbundene Wirtschaftssanktionen stark eingebüßt. Der Wertverlust macht Reisen in die Türkei aktuell preiswerter.

„Stabilität und Partnerschaft liegen in deutschem Interesse, aber auch im Interesse der türkischen Bevölkerung“, sagte Bareiß. Die Menschen in der Türkei zeichneten sich durch große Gastfreundlichkeit aus, was die Deutschen zu schätzen wüssten. Unlängst hatte das Auswärtige Amt seine 2017 nach der Inhaftierung deutscher Bürger und wachsender Defizite in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verschärften Hinweise für Reisen in die Türkei wieder gemildert.

Allerdings kommen die werbenden Worte des Tourismusbeauftragten kurz nachdem nach übereinstimmenden Berichten ein weiterer Deutscher wegen Terrorvorwürfen in der Türkei festgenommen wurde. Dem in Hamburg lebenden Ilhami A., der für einen Besuch in die Türkei gereist war, werde vorgeworfen, über soziale Medien Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK verbreitet zu haben, sagte sein Anwalt Ercan Yildirim einem Agenturbericht zufolge. Nach offiziellen Angaben seien in der Türkei derzeit sieben weitere Deutsche aus „politischen Gründen“ in Haft

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Türkische Währungskrise
Wer profitiert, wer verliert?

In den vergangenen Jahren hatte der Türkei-Tourismus schlechte Zeiten erlebt, als die Gäste sich nach Terrorangriffen, dem Putschversuch gegen Erdogan und seinen Gegenschlägen mit der Entlassung Zehntausender aus dem Staatsdienst in Zurückhaltung übten. Nach Zahlen der türkischen Regierung kamen dieses Jahr wieder mehr deutsche Gäste. Bis Juni waren es 452.000 oder 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mehr Deutsche fahren in die Türkei

Alles in allem reisten in den ersten sechs Monaten 1,56 Millionen Deutsche in die Türkei, das war ein Anstieg zum Vorjahr um 25 Prozent. Mit knapp 10 Prozent aller Besucher bilden die Deutschen wieder die zweitgrößte Reisegruppe nach den Russen. Die Bundesregierung ist offenkundig nicht daran interessiert, die von Amerikas Präsident Donald Trump verschärfte Krise in der Türkei weiter anzuheizen. Auch wenn das kleinasiatische Land nicht Mitglied der EU oder des Euroraums ist, sind die finanziellen und wirtschaftspolitischen Beziehungen in die EU eng.

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Türkische Währungskrise
„Niemand hat Interesse an einer destabilisierten Türkei“

Im September wird Präsident Erdogan zu einem Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin erwartet, Ende Oktober ist dann eine Reise von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach Ankara geplant. Dabei soll es um wirtschafts- und energiepolitische Themen gehen.

Das Wirtschaftsministerium nennt die Türkei einen wichtigen Partner. Deutschland sei für das Land am Bosporus der bedeutendste Außenhandelspartner. Ein Viertel ihres Warenaustauschs mit der EU wickle die Türkei mit Deutschland ab. Das bilaterale Handelsvolumen habe 2017 bei 37,6 Milliarden Euro gelegen.

Quelle: F.A.Z.
Andreas Mihm - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent in Berlin.
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