Mobiles Internet

Deutsche Telekom fördert drahtlose lokale Netze

Von Thiemo Heeg, Hannover
05.03.2013
, 06:00
Telekom-Chef René Obermann während einer Pressekonferenz auf der Cebit in Hannover
Die Deutsche Telekom will gemeinsam mit dem Startup-Unternhmen Fon lokale Drahtlosnetzwerke von unterwegs nutzbar machen. „WLAN to go“ soll das Mobilfunknetz vom steigenden Datenverkehr entlasten.
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Die Deutsche Telekom will vom Sommer an über drahtlose lokale Netze (WLAN) den schnellen Internetzugang von unterwegs ermöglichen. Auf der Computermesse Cebit in Hannover kündigte der Konzern am Montag an, dabei mit dem Startup-Unternehmen Fon zu kooperieren. Die spanische WLAN-Gemeinschaft betreibt rund acht Millionen Internet-Hotspots unter anderem in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden. Deutschland galt bislang als weißer Fleck, doch das dürfte sich bald ändern. Unter der Marke „WLAN to go“ sollen in Deutschland bis 2016 mehr als 2,5 Millionen zusätzliche Hotspots, also öffentliche WLAN-Zugänge, entstehen, wie der Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann ankündigte.

Das Prinzip von „WLAN to go“: Private Nutzer öffnen ihre Breitbandverbindung und dürfen im Gegenzug über die Verbindungen anderer Mitglieder gratis surfen. Nutzen Nicht-Mitglieder den Hotspot, wird das dem jeweiligen Besitzer vergütet. Dieses „Teilen“ der Verbindungen passt zum Motto der Cebit, „Shareconomy“, in dem es um die Ökonomie des Teilens in der IT-Industrie geht. Derzeit betreibt die Telekom lediglich 12000 öffentlich zugängliche Hotspots, zugleich aber zwölf Millionen Breitbandanschlüsse.

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Entlastung für das Mobilfunknetz

Hinter dem Schritt verbirgt sich jedoch auch eine Notwendigkeit. Alle Mobilfunkbetreiber stehen vor dem Problem, über ihre Netze die stark wachsenden Datenmengen abzuwickeln, die Smartphones und das mobile Internet mit sich bringen. Die Telekom setzt nun auf einen Technologie-Mix: „Durch WLAN und Hotspots kann der hohe Datenverkehr ins Festnetz abgeleitet und damit zugleich das Mobilfunknetz entlastet werden.“

Für Fon wiederum bietet die Zusammenarbeit die Chance, die Kundenbasis schnell auszuweiten. „Wir begrüßen es sehr, die Deutsche Telekom als Partner bei der Erweiterung des Fon-Netzes in Europa an unserer Seite zu haben“, sagte Gründer und Vorstandschef Martin Varsavsky. Denn nicht nur in Deutschland will man kooperieren. Noch in diesem Jahr soll Fon in den Telekom-Ländergesellschaften in Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Slowakei und Ungarn starten.

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„Innovation durch Kooperation“

Die neue Partnerschaft ist mit Blick auf die Vergangenheit pikant. Seit seiner Gründung 2006 betrachtete die Telekommunikationsindustrie Fon kritisch. Zum Konzept gehört schließlich, dass sich die Verteilung der Datenströme stärker der Kontrolle der Netzbetreiber entzieht. Gerne verwiesen wurde auch auf die Möglichkeit, dass Fremde das eigene Netz für Rechtsverletzungen missbrauchen. Inzwischen ist klargestellt, dass Anschlussinhaber nicht für das Geschehen im öffentlichen WLAN haften. So sind die Bedenken der Vergangenheit heute kein Thema mehr, und Telekom-Chef Obermann lobte die neue Partnerschaft lieber als Beispiel für den Kurs „Innovation durch Kooperation“.

Die Telekom muss in den nächsten Jahren bis zu 4,6 Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland investieren, um der wachsenden Datenmenge Herr zu werden. Das Geld fließt in mobile Netze der vierten Generation (LTE) ebenso wie in den Ausbau der Breitband-Festnetzverbindungen. Konzernweit sollen bis 2016 rund 30 Milliarden Euro in Netze, IT und Produkte fließen.

Quelle: F.A.Z.
Thiemo Heeg - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Thiemo Heeg
Redakteur in der Wirtschaft.
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