Debatte um Impfpflicht

Lieber überzeugen

EIN KOMMENTAR Von Britta Beeger
14.01.2021
, 12:09
Die Impfbereitschaft in der Pflege ist zum Teil enttäuschend gering. Das muss sich ändern – aber nicht durch Zwang, sondern durch Aufklärung.

Natürlich ist es enttäuschend und ein verheerendes Signal, dass die Impfbereitschaft in einem Teil der Pflegeheime und Krankenhäuser recht gering ist. Viele Pflegekräfte haben hautnah miterlebt, welch schwere Schäden eine Corona-Erkrankung anrichten kann – und sie haben es jetzt in der Hand, ihnen anvertraute alte und kranke Menschen zu schützen. Warum gehen sie nicht mit gutem Beispiel voran?

Für die Skepsis gibt es viele Gründe, anfangen bei der Unsicherheit über Langzeitfolgen, die auch in einem Teil der übrigen Bevölkerung zu spüren ist, bis hin zum Ärger darüber, dass nach Monaten der außergewöhnlichen Belastungen wieder mal „von oben“ entschieden wird, was die Pflege zu tun hat.

Es spricht jedoch viel dafür, dass die Impfbereitschaft steigt, wenn ein Teil der Pflegekräfte geimpft ist und keine gravierenden Nebenwirkungen auftreten. Mehr Aufklärung kann ebenfalls beitragen, wie schon jetzt in einigen engagierten Heimen zu sehen ist. Eine Impfpflicht hingegen könnte die Akzeptanz verringern, nicht nur in der Pflege. Die Impfbereitschaft muss steigen, keine Frage – aber nicht durch Zwang, sondern aus Überzeugung.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Beeger, Britta
Britta Beeger
Redakteurin in der Wirtschaft.
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