Folge der Corona-Pandemie

Mehr als 30 Millionen Amerikaner sind nun arbeitslos

Aktualisiert am 30.04.2020
 - 15:01
Amerika rutscht in eine Rezession.
Die Lage auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt spitzt sich zu – die Corona-Krise hat zu Massenarbeitslosigkeit geführt in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten im März haben mehr als 30 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt. Alleine in der vergangenen Woche kamen beinahe 4 Millionen hinzu, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. In den fünf Wochen zuvor hatten bereits 26,4 Millionen Menschen ihren Job verloren – so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuteten zuletzt auf einen dramatischen Konjunktureinbruch hin. Vor der Zuspitzung der Pandemie hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

Die amerikanische Arbeitslosenquote dürfte Experten zufolge schon jetzt 15 Prozent betragen. Einen genauen Wert gibt es aber noch nicht, weil die Statistik zuletzt nicht mit der Geschwindigkeit der Jobverluste Schritt halten konnte. Neue Daten werden erst Ende kommender Woche veröffentlicht.

Die Arbeitslosenquote hatte im Februar noch 3,5 Prozent betragen. Viele Amerikaner verlieren auch ihre Krankenversicherung oder können sich diese nicht mehr leisten, wenn sie ihren Job verlieren.

Viele Tote

Fast alle Bundesstaaten verhängten im März Ausgangsbeschränkungen, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu bremsen. Damit kam das öffentliche Leben für die große Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner zum Erliegen. Viele Geschäfte und Betriebe sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Flüge und Reisen sind massenhaft gestrichen, Veranstaltungen abgesagt.

Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen. Zudem sind Entlassungen in Amerika in der Regel weit einfacher möglich als etwa in Deutschland.

Regierung und Kongress haben angesichts der Krise seit Ende März gewaltige Konjunkturpakete auf den Weg gebracht, um rund 2,7 Billionen Dollar in die leidende Wirtschaft zu pumpen. Davon sollen rund 650 Milliarden Dollar bereitstehen für ein Programm, das kleinen und mittelgroßen Unternehmen für die kommenden Monate weitgehend die Lohnkosten ersetzt, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen.

Bis Februar hatte die Konjunktur noch gebrummt, an der Börse wurden Höchststände gemeldet, und Experten rechneten mit einem Wirtschaftswachstum von gut zwei Prozent. Doch die rasante Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März machte die guten Konjunkturaussichten zunichte – nun steuern die Vereinigten Staaten auf eine tiefe Rezession zu.

Von Januar bis einschließlich März ging die amerikanische Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet im Vergleich zum Vorquartal um 4,8 Prozent zurück, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitgeteilt hatte. Es war die größte Konjunkturdelle seit der globalen Finanzkrise. Bei den Daten handelt es sich um die erste Schätzung, der Wert könnte daher Ende Mai oder Ende Juni noch korrigiert werden. Im vierten Quartal 2019 war die amerikanische Wirtschaft noch mit soliden 2,1 Prozent gewachsen.

In den Vereinigten Staaten haben sich Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bislang rund eine Million Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert – das entspricht etwa jeder dritten bekannten Infektion weltweit. Rund 61.000 Menschen sind nach einer Infektion gestorben. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen.

Quelle: FAZ.NET/dpa
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