Nach den Sommerferien

Karliczek für Präsenzpflicht mit Ausnahmen

10.07.2021
, 18:37
Bildungsministerin Anja Karliczek will mit Tests Schulschließungen nach den Sommerferien verhindern.
Die Bildungsministerin will mit regelmäßigen Tests zurück zum Alltag in Schulen. Die Lehrer-Gewerkschaft GEW kritisiert die Pläne als „unseriös“ und fordert weitere Maßnahmen.
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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) setzt darauf, dass an den Schulen nach den Ferien eine generelle Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler besteht. „Die Präsenzpflicht sollte aus meiner Sicht wieder in der Regel gelten“, sagte Karliczek der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Samstag. Ausnahmen bei vorerkrankten und besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen müssten aber möglich sein.

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Es werde Rahmenbedingungen geben, unter denen sicherer Unterricht gewährleistet werden kann. In die Schule zu gehen, sei für Kinder ein wichtiger Faktor in ihrem Alltag. „Sie brauchen die sozialen Kontakte, und sie müssen lernen“, sagte die Bildungsministerin.

Sie sprach sich aber für Corona-Tests nach den Ferien aus. Es müsse Regeltestungen geben, in der Frequenz abhängig vom Infektionsgeschehen. „Das sollten wir uns als erste und wichtigste Maßnahme bei steigenden Inzidenzen leisten“, sagte die CDU-Politikerin.

Schulschließungen nicht ausgeschlossen

Die Bildungsministerin wollte allerdings Schulschließungen als mögliche Maßnahme nicht komplett ausschließen: „Man kann in einer Situation wie einer Pandemie niemals etwas garantieren oder etwas ausschließen. Wir wissen nicht, welche Varianten noch kommen." Sie sei aber „zuversichtlich, dass diesen Herbst die Schulen grundsätzlich offen gehalten werden können“. Sie begründete dies mit einer „steigenden Impfquote“ und einer „guten Teststruktur“.

Die Lehrer-Gewerkschaft GEW fürchtet trotzdem Beeinträchtigungen des Unterrichts auch im kommenden Schuljahr. Es sei unseriös, das jetzt öffentlich auszuschließen, wie es etwa die Kultusministerkonferenz getan habe, erklärte Roman George, Referent Bildungspolitik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Anstatt sich auf reines Wunschdenken zurückzuziehen, gilt es jetzt vielmehr, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, damit die Schulen möglichst gut vorbereitet in das dritte Schuljahr unter Pandemie-Bedingungen starten“, so George.

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Die GEW fordert beispielsweise mehr Luftfilter für die Klassenräume, um Ansteckungsrisiken einzudämmen. „Perspektivisch sind Filteranlagen für alle Klassenräume wünschenswert, da sie zusätzliche Sicherheit ermöglichen. Auch unabhängig von der Corona-Pandemie können sie zu einem dauerhaft verbesserten Gesundheitsschutz an den Schulen beitragen“, so George.

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Quelle: guth./sebs./dpa/AFP/epd
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