FAZ plus ArtikelProfiteure der Bewegung

Das Geschäft mit den Querdenkern

Von Daniel Mohr
23.11.2020
, 11:30
Sie organisieren Busreisen und verkaufen ihre Produkte, denn mit Wut lässt sich gutes Geld verdienen. Wer sind die Profiteure der Querdenker-Bewegung?

Wer versucht, Michael Ballweg per E-Mail zu kontaktieren, bekommt eine automatische Antwort: Wegen der hohen Anzahl von Hilfsangeboten kann nicht jede Anfrage manuell bearbeitet werden. Was aber sofort geht, ist, Geld zu überweisen, fettgedruckter Verwendungszweck: Schenkung. Die private Kontonummer von Ballweg wird genannt. Er hat im Frühjahr die Initiative „Querdenken 711“ in Stuttgart ins Leben gerufen, die Bewegung, die derzeit landauf, landab die Menschen gegen die Corona-Maßnahmen der Politik auf die Straße bringt.

Was aber macht er mit dem Geld? Welche Summen hat der oberste Querdenker schon auf seinem Privatkonto? Man muss erst eine „Erklärung zu journalistischer Arbeit“ unterschreiben, dann antwortet Ballweg mit einem Dokument von 13 Seiten, acht davon füllt er mit Vorhaltungen gegenüber einem anderen Journalisten, der in früheren Berichten unter anderem von „Ballweg-Fans“ geschrieben hat, was Ballweg als „ehrverletzend/herabsetzend“ empfindet.

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Quelle: F.A.S.
Daniel Mohr  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Daniel Mohr
Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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