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So impfen die Europäer gegen Corona

Von Werner Mussler
08.08.2021
, 21:18
Ein älterer Mann in Sofia wartet auf seine Corona-Impfung
Lange wurde in der EU über ein „Impfdesaster“ lamentiert. Jetzt sind manche Vakzine nicht mehr erwünscht. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten sind indes beträchtlich.
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Am 27. August 2020 unterzeichnete die EU-Kommission den ersten Liefervertrag über Corona-Impfstoff. 300 Millionen Dosen bestellte sie fest bei AstraZeneca (AZ), weitere 100 Millionen als Option. Der schwedisch-britische Hersteller schien im Impfrennen damals die Nase vorn zu haben – und er galt als vorbildlich, weil er mit dem Covid-Impfstoff kein Geld machen wollte. Ein knappes Jahr später weiß die EU-Kommission, dass sie sich die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna schon früher hätte sichern sollen – und weiß AZ, dass in seiner Impfkampagne trotz eines sehr wirksamen Vakzins viel schiefgegangen ist.

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Nichtsdestoweniger hat sich der Impfstoff-Streit des ersten Halbjahrs 2020 weitgehend beruhigt. Die Frage, ob die EU bei der Beschaffung von Covid-Impfstoff versagt hat, ist wohl mit „jein“ am besten beantwortet. Jedenfalls wird über sie nicht mehr gestritten. Heute wird über eine direkte oder indirekte Impfpflicht debattiert, über Sinn und Gefahren einer Impfung für Minderjährige und das laute Schweigen der Ständigen Impfkommission dazu. All diese Themen sind der beste Beleg dafür, dass es nicht mehr zu wenig, sondern eher zu viel Impfstoff zu geben scheint, jedenfalls in Deutschland und anderswo in Europa. Die EU-Kommission berichtete schon vor zwei Wochen, das von ihrer Chefin Ursula von der Leyen ausgegebene Ziel sei erreicht, 70 Prozent der Erwachsenen in der EU bis Ende Juli zu impfen. Das stimmt jedenfalls für die erste Dosis: 73,4 Prozent sind nach jüngsten Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC erstgeimpft; vollen Impfschutz haben 61,1 Prozent der Erwachsenen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Werner (wmu.)
Werner Mussler
Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
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