FAZ plus ArtikelVirus und Massentierhaltung

„Ein sich selbst zerstörender Kreislauf“

Von Michael Ashelm und Stefanie Diemand
Aktualisiert am 13.06.2020
 - 09:05
Tiere hinter Gitter: Kühe warten auf einem niedersächsischem Betrieb darauf, gemolken zu werden.
Die Corona-Krise hat abermals die unhaltbaren Zustände in der Fleischindustrie offenbart. Nun kommt heraus: Die Massentierhaltung ist generell anfällig für Pandemien und zugleich deren Verursacher.

Gerade hat die Corona-Krise wieder einmal die unhaltbaren Zustände in der Fleischindustrie offenbart. In deutschen Betrieben infizierten sich Hunderte osteuropäische Hilfskräfte mit dem Covid-19-Virus, die in beengten, teils heruntergekommenen Sammelunterkünften leben. Darauf folgte ein Aufschrei gegen Billigfleisch und schlechte Arbeitsbedingungen. Schon zuvor zog ein Skandal um verdorbenes Fleisch in einer Wurstfabrik bundesweit Kreise. Die ganze Branche gerät so immer mehr in Verruf.

Eine aktuelle Studie, die erstmals einen Fokus auf die globale Industrie von Fleischproduktion, Fischverarbeitung und Molkereierzeugnissen gerichtet hat und deren Ergebnisse der F.A.Z. vorliegen, zeigt nun ein noch besorgniserregenderes Bild: Fast drei Vierteln der 60 größten börsennotierten Konzerne dieser Sektoren, welche unter anderem Supermarktketten und Schnellrestaurants in der ganzen Welt beliefern, wird aufgrund vielfältiger Missstände ein „hohes Risiko“ für die Entstehung und Verbreitung künftiger Infektionskrankheiten zugeschrieben, die sich auch von Tier zu Mensch übertrügen (Zoonose).

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Diemand, Stefanie
Stefanie Diemand
Redakteurin in der Wirtschaft.
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