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FAZ plus ArtikelCrowdworker

Zu viele Vorgaben schaden

Von Katja Häferer und Michael Kalbfus
 - 19:39
Tagelöhner in einer digitalen Welt.

Immer mehr Personen verdienen als „Crowdworker“ ihren Lebensunterhalt. Als solche übernehmen sie Kleinstaufträge, die über eine Internetplattform einer breiten Masse, der sogenannten Crowd, angeboten werden. Crowdworker liefern Essen aus oder sammeln E-Roller ein, übernehmen aber auch komplexere Aufgaben wie Software-Entwicklungen. Sie werden auch als „digitale Tagelöhner“ bezeichnet. Als Freiberufler fehlt ihnen jedoch die soziale Absicherung von Arbeitnehmern. So haben sie beispielsweise keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn und unterliegen nicht der Sozialversicherungspflicht. Gewerkschaften, allen voran die IG Metall, kämpfen daher für die Anerkennung von Crowdworkern als Arbeitnehmer. Dabei steht im Kern der Diskussion, ob der Arbeitnehmerbegriff im digitalen Zeitalter neu definiert oder anders ausgelegt werden muss. Am 4. Dezember entschied das Landesarbeitsgericht München über die Klage eines solchen Crowdworkers. Dieser klagte gegen den Plattformbetreiber Roamler auf Feststellung eines Arbeitsverhältnisses. Das Landesarbeitsgericht hat die Klage abgewiesen.

Die Entscheidung überrascht nicht. So hat bereits im Februar das Hessische Landesarbeitsgericht entschieden, dass Crowdworker jedenfalls dann keine Arbeitnehmer sind, wenn sie nur punktuelle Aufträge übernehmen. Das Urteil des Landesarbeitsgerichts München schließt sich dieser Rechtsprechung an und sorgt so für weitere Klarheit in der Diskussion um die Arbeitnehmereigenschaft von Crowdworkern. Es wendet den bisherigen Arbeitnehmerbegriff auch in Zeiten der Digitalisierung unverändert an. Danach liegt ein Arbeitsverhältnis vor, wenn weisungsgebundene, fremdbestimmte Arbeit in persönlicher Abhängigkeit erbracht wird. Im Falle des Klägers seien diese Voraussetzungen nicht erfüllt.

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Quelle: F.A.Z.
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