<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Dammbruch in Brasilien

Tickende Zeitbomben

EIN KOMMENTAR Von Carl Moses
 - 19:05

Die Erkenntnisse um den verheerenden Dammbruch in Brasilien mit wahrscheinlich mehr als 300 Todesopfern werden immer skandalöser. Für den Bergbaukonzern Vale als Betreiber, aber auch für den deutschen TÜV Süd als Berater und Zertifizierer des Vale-Konzerns.

Nach Informationen des Fernsehsenders TV Globo hatte es zwei Tage vor dem Unglück Hinweise auf Mängel gegeben, die einen unabhängigen Experten wohl veranlasst hätten, das Werk zu evakuieren. Obwohl der TÜV Süd bei einer Prüfung im September 2018 offenbar erhebliche Mängel am Drainagesystem des Rückhaltebeckens festgestellt hatte, attestierte er die „Stabilität“ des Gesamtsystems.

„Stabil“ ist anscheinend vor allem der Pfusch bei der Prüfung und Zertifizierung solcher Anlagen, von denen in Brasilien noch Dutzende existieren. Die Entschärfung dieser tickenden Zeitbomben muss oberste Priorität sein. Das „Wall Street Journal“ hat den Prüfbericht des TÜV Süd von unabhängigen Experten nachprüfen lassen. Die kommen zum Ergebnis, dass man den Weiterbetrieb nicht hätte zulassen dürfen. In ihrer Vernehmung gaben die beiden vorübergehend festgenommenen TÜV-Ingenieure an, sie seien vom Vale-Konzern unter Druck gesetzt worden, die Sicherheit zu attestieren. Dieser Druck ist nicht verwunderlich, geht es doch um sehr viel Geld. Doch hätten sie sich ihm niemals beugen dürfen.

Video starten

Dammbruch in Brumadinho
Trauer und Wut in Brasilien

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenTÜV SüdBrasilienTÜV