Finanzmärkte

Dax-Anleger wagen sich zum Wochenschluss aus der Deckung

12.08.2022
, 14:29
Parkett der Frankfurter Börse
Die Hoffnung auf eine langsamere Gangart der amerikanischen Notenbank Fed in ihrem Zinserhöhungszyklus hilft den Aktienkursen. Doch ausgemacht ist das noch längst nicht.
ANZEIGE

Der Dax hat sich zum Wochenschluss eher von seiner sonnigen Seite gezeigt. Der deutsche Leitindex rückte zeitweise um 0,9 Prozent auf 13.812 Punkte vor und markierte damit das höchste Niveau seit zwei Monaten. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,2 Prozent. In den vergangenen Tagen hatte der zuletzt nachlassende Preisdruck in den USA Spekulationen geweckt, die Notenbank könnte das Tempo im Zinserhöhungszyklus etwas zurückfahren. „Inflations-, Zins- und Rezessionssorgen spielen an den Finanzmärkten weiter eine Rolle, sie sind zuletzt aber etwas kleiner geworden“, schrieben Analysten der Helaba in einem Kommentar.

Sollte sich der nachlassende Preisauftrieb weithint bestätigen, dann sei das eine exzellente Nachricht für die Märkte, konstatierte Thomas Altmann von QC Partners. Die Fed hatte die ausufernde Inflation zuletzt mit ungewöhnlich großen Zinsschritten bekämpft. Sie will nächsten Monat nachlegen. Der Leitzins liegt aktuell in der Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent.

ANZEIGE

Dollar auf Erholungskurs

Analysten warnten jedoch, dass die rückläufige Teuerungsrate in den USA nicht zwangsläufig zu einer langsameren Gangart der Notenbank Fed führen müsse. „Zwar hat der Preisdruck ein wenig nachgelassen, dennoch sind die Energie- und Rohstoffpreise weiterhin viel zu hoch, und die US-Notenbank könnte ihre straffe Zinspolitik noch eine Weile fortsetzen“, sagte Christian Henke vom Broker IG. Der Dollar-Index, der zuletzt angesichts der Spekulationen auf ein weniger stark steigende Zinsen Federn lassen musste, rückte am Freitag um bis zu 0,5 Prozent auf 105,56 Stellen vor. Der Euro fiel um 0,3 Prozent auf 1,0286 Dollar. Am Anleihenmarkt trennten sich die Investoren von deutschen Papieren - entsprechend zog die Rendite auf bis zu 1,025 Prozent an nach 0,973 Prozent im Schlussgeschäft des Vortages.

Bei den Einzelwerten ragte auf der Verliererseite im Dax die Deutsche Börse mit einem Minus von 2,6 Prozent heraus. Die Finanzaufsicht Bafin hatte mitgeteilt, sie habe bei einer Sonderprüfung Mängel bei der Tochtergesellschaft Clearstream festgestellt und das Halten zusätzlicher Eigenmittel angeordnet. Die Deutsche Börse erklärte, sie habe die von der Finanzaufsicht gerügten Mängel im Risikomanagement zum Teil behoben.

ANZEIGE

Zugegriffen haben Anleger dagegen bei Bayer, die sich nach einem Verlust von knapp 10 Prozent in den vergangenen fünf Handelstagen um bis zu 4,9 Prozent verteuerten. Die Titel waren der stärkste Wert im Dax. Eine Händler verwies auf einen optimistischen Kommentar der Citi-Bank.

Uniper machen Boden gut

Im M-Dax machten die stark gebeutelten Uniper-Papiere Boden gut. Die Aktien legten in der Spitze 11,4 Prozent auf 7,59 Euro zu. Der Index selbst zeigte sich jedoch kaum verändert. Der Gasversorger hat ein ungewöhnliches Tauschgeschäft vorgeschlagen, bei dem für Asien bestimmtes Flüssiggas aus den USA nach Europa umgeleitet würde, um dort Versorgungslücken zu stopfen. Uniper-Aktien haben seit Jahresbeginn rund 80 Prozent an Wert eingebüßt. Das Unternehmen ist durch die deutliche Reduzierung günstiger Gaslieferungen aus Russland in Schieflage geraten.

ANZEIGE

An der irischen Börse machte Flutter von sich Reden. Der weltgrößte Anbieter von Online-Glücksspielen blickt zuversichtlich in die Zukunft und sieht vor allem sein US-Geschäft auf Wachstumskurs. Die Aktien schossen um mehr als zwölf Prozent in die Höhe.

Am Rohstoffmarkt blieb die Unsicherheit bezüglich der Ölnachfrage in den kommenden Monaten groß. Die Preise für das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI fanden nur schwer eine einheitliche Richtung. Sie schwankten um ihren Vortagesschluss von 99,60 beziehungsweise 94,34 Dollar je Fass. Am Donnerstag hatte die erhöhte Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) für die Ölnachfrage in diesem Jahr die Preise um mehr als vier beziehungsweise drei Prozent nach oben getrieben. Für Unruhe sorgte jedoch, dass die Opec wegen der konjunkturellen Unsicherheiten von einer geringeren Ölnachfrage ausgeht und ihre Prognose bereits zum dritten Mal seit April gekürzt hat.

Quelle: Reuters
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Kapitalanalge
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage der Zukunft
Sprachkurse
Lernen Sie Englisch
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Zertifikate
Ihre Weiterbildung im Projektmanagement
SUV
Premium-SUVs zum Gebrauchtwagenpreis
Baufinanzierung
Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
ANZEIGE