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Mehr Open Source wagen!

Von Peter Ganten und Rafael Laguna de la Vera
Aktualisiert am 10.11.2020
 - 15:56
Wer kontrolliert den Code?
Wie können wir mit den großen Internet-Plattformen mithalten? Und auch im Digitalen mitbestimmen? Der Schlüssel liegt in der richtigen Software. Ein Gastbeitrag.

Digitalisierung verändert alle Industrien. Sie verschiebt die Wertschöpfung von den eigentlichen Produkten hin zu digitalen Plattformen, welche derzeit meist aus Ländern außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums kommen. Diese Plattformen, wenn einmal fest etabliert, vergrößern sich durch datengetriebenes Wachstum in die Märkte der eigenen Kunden und Lieferanten, marginalisieren diese damit – und bauen ihre Dominanz durch diesen Netzwerkeffekt weiter aus.

Die übrigen Wirtschaftsteilnehmer und ganze Staaten geraten dadurch in unauflösbare Abhängigkeiten. Der Handel braucht die Daten der Plattformen, um etwas über seine Kunden zu erfahren, die Industrie kann nur mit Hilfe der Plattformen wettbewerbsfähige Produkte liefern, der Staat kann nur mit Plattformen vertrauensvoll kommunizieren. Die Plattformen selbst verfügen immer über mehr Daten als die anderen Wirtschaftsteilnehmer, da sie Daten von vielen Nutzern und aus ganz unterschiedlichen Quellen zusammenführen können, zum Beispiel aus Karten, Apps auf dem PC, Smartphone oder im Auto oder aus Maschinendaten.

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Die Autoren

Der studierte Physiker und Psychologe Peter Ganten gründete im Jahr 2001 das in Bremen ansässige und auf Open-Source-Software fokussierte IT-Unternehmen Univention GmbH, das er seither führt. Zudem ist er der Vorsitzende der Open Source Business Alliance (OSB), eines Interessenverbandes, dem mehr als 160 Unternehmen angehören. Ganten wirbt dafür, dass gerade die öffentliche Verwaltung mehr auf Open Source setzen sollte, um unabhängiger von einzelnen Anbietern zu werden. Der Software-Unternehmer Rafael Laguna de la Vera leitet die im vergangenen Dezember geschaffene „Agentur für Sprunginnovationen“ mit Sitz in Leipzig. Mit ihrer Hilfe möchte der Bund neue technische Ideen unbürokratisch fördern. Laguna de la Vera, der in den siebziger Jahren mit seinen Eltern die DDR in Richtung Westdeutschland verlassen durfte, gründete schon als Jugendlicher seine erste Unternehmung. Zuletzt war er CEO des von ihm mitinitiierten Unternehmens Open-Xchange AG.

Quelle: F.A.Z.
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