FAZ plus ArtikelDeutschlands Zukunft

Wie schwer wird der 5G-Ausbau ohne Huawei?

Von Helmut Bünder, Bonn
25.08.2020
, 11:02
Die Aussichten verdüstern sich: Ohne die Beteiligung der Chinesen könnte sich der 5G-Ausbau hierzulande um fünf Jahre verzögern. Die Nervosität steigt.

Vodafone hatte den Anfang gemacht. Lange bevor die Debatte um Huawei hochkochte, entschied sich der Konzern, den chinesischen Ausrüster in Deutschland aus seinem Kernnetz zu verbannen. Es war keine politische Weitsicht, sondern das Ergebnis einer Neuausschreibung, bei der der finnische Wettbewerber Nokia im Jahr 2017 das bessere Angebot vorlegte.

Die Mobilfunk-Konkurrenz musste nachziehen. Wo die Sicherheitsbedenken am größten sind, also dort, wo die Kundendaten zusammenlaufen und die Netze gesteuert werden, ist für Huawei in Deutschland kein Platz mehr. Als letzter der drei deutschen Mobilfunkkonzerne hat es Telefónica Deutschland im Sommer aus dem Herzstück seiner Infrastruktur vertrieben und sich für Ericsson entschieden. Dem nach Kundenzahlen größten deutschen Netzbetreiber komme eine „ganz besondere gesellschaftliche Verantwortung für die sichere digitale Vernetzung“ zu, begründete Vorstandschef Markus Haas die Entscheidung. Die Deutsche Telekom betont ebenfalls, dass sie „chinesische Ausrüster“ aus dem Kernnetz herausnimmt und die Umsätze mit Huawei seit Jahren rückläufig seien.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Bünder, Helmut (bü.)
Helmut Bünder
Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
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